zurück Startseite

ZDFzoom  Sendung vom 02.12.2015 [Archiv] Spur nach Moskau - Warum musste Litwinenko sterben?

2006 starb in London der ehemalige KGB-Offizier Alexander Litwinenko an einer Vergiftung durch radioaktives Polonium. Indizien deuten auf den russischen Geheimdienst als Auftraggeber.
In einem öffentlichen Anhörungsverfahren in London wurden in den letzten Monaten viele Details des Polonium-Mordes bekannt. Russland weigert sich bis heute die beiden mutmaßlichen Mörder Andrei Lugowoi und Dmitri Kowtun nach England auszuliefern. 

Alexander Litwinenko

Im Exil

Der ehemalige KGB-Offizier Alexander Litwinenko im Exil in London.

(Quelle: Yuri Felshtinsky)
Alexander Litwinenko im Londoner Exil

Spur nach Moskau

2006 starb in London der ehemalige KGB-Offizier Alexander Litwinenko an einer Vergiftung durch radioaktives Polonium. Indizien deuten auf den russischen Geheimdienst als Auftraggeber.

(18.11.2015)

Alexander Litwinenko starb am 23. November 2006 in der Londoner Universitätsklinik. Drei Wochen zuvor war er mit radioaktivem Polonium vergiftet worden, das seinen Körper von innen zerfraß. Die mutmaßlichen Mörder waren schnell identifiziert: Andrei Lugowoi und Dmitri Kowtun, zwei Geschäftsleute mit Verbindungen zum russischen Geheimdienst. Die britische Justiz erließ internationale Haftbefehle, doch der Kreml weigert sich, Lugowoi und Kowtun auszuliefern. In einem öffentlichen Anhörungsverfahren vor den Courts of Justice in London, für das die Witwe Marina Litwinenko jahrelang gekämpft hatte, wurden viele Einzelheiten und Umstände der Tat bekannt. Und die Indizien deuten darauf hin, dass Präsident Putin zumindest davon wusste.
Litwinenko 1
D. Kowtun äußert sich zu der Anschuldigung, der Mörder Litwinenkos zu sein (Quelle: Matthias Kind)

Egmont R. Koch geht in seiner Reportage diesen Vorwürfen nach. Er trifft in Moskau, Sankt Petersburg und an der amerikanischen Ostküste Freunde und ehemalige Kollegen von Litwinenko. Sie sind davon überzeugt, dass es sich bei dem Giftanschlag um einen Staatsmord handelte. Litwinenko und Putin trafen sich ein einziges Mal persönlich, im August 1998. Damals versuchte der Offizier des FSB (vormals KGB) seinen obersten Chef, den gerade ernannten FSB-Direktor Wladimir Putin, von der grassierenden Korruption im Geheimdienst zu überzeugen. Putin wollte davon nichts wissen, befahl stattdessen, Litwinenkos Privattelefon anzuzapfen und ihn zu überwachen. Seit diesem Ereignis herrschte eine erbitterte Feindschaft zwischen den beiden. Und blanker Hass. 2000 floh Litwinenko mit seiner Familie nach London, wo er seine Vorwürfe Richtung Kreml verschärfte. Er behauptete, Putin habe in seiner Vergangenheit mit der Russenmafia kooperiert und am Drogenschmuggel partizipiert. Aber waren diese Beschuldigungen gerechtfertigt? Oder hatte er sie erfunden, um dem Präsidenten zu schaden? „Litwinenko war besessen von der Idee, Putin als Präsident stürzen zu können“, erinnert sich sein Freund, der Historiker Juri Felshtinsky. Irgendwann habe der FSB offenbar geglaubt, ihn zum Schweigen bringen zu müssen.

02.12.2015

Sendungsinformationen

Mittwoch 02.12.2015, 23:30 - 00:15 Uhr

VPS 02.12.2015, 23:14 Uhr


Länge: 45 min.

Dokumentation, Deutschland , 2015

Weitere Informationen

Buch: Egmont R. Koch

Kamera: Matthias Kind

Versenden

Artikel versenden

Versenden Sie den Beitrag an Freunde.

Datenschutz
Das ZDF versichert, Ihre Daten entsprechend den datenschutzrechtlichen Bestimmungen vertraulich zu behandeln.
schließen Beitrag versenden

Versenden

Hinweis

Der Beitrag wurde erfolgreich versendet.

schließen

Merkliste

Papierkorb Bild
Merkliste versenden Merkliste schließen

Merkliste

Merkliste versenden

Versenden Sie Ihr Merkliste an Freunde.

Datenschutz
Das ZDF versichert, Ihre Daten entsprechend den datenschutzrechtlichen Bestimmungen vertraulich zu behandeln.
Zurück zur Merkliste Absenden Button

Merkliste

Hinweis

Die Merkliste wurde erfolgreich versendet.

Zurück zur Merkliste Merkliste schließen