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ZDFzoom  Vorsicht Krabbe!

Das große Geschäft mit dem kleinen Tier

Sie ist so etwas wie ein kulinarisches Wahrzeichen für Norddeutschland, die Nordseekrabbe: eine leckere Delikatesse, verbunden mit viel Tradition. Früher ein rein regionales Produkt, findet man die Nordseekrabbe heute in jedem Discounter zu günstigen Preisen. Das macht neugierig. "ZDFzoom" blickt hinter die Kulissen und will wissen: Wie kann es sein, dass das leicht verderbliche Nahrungsmittel heute europaweit so günstig vertrieben wird? 

Eine Krabbenpuhlfabrik in Marokko. Die Frauen puhlen hier am Tag um die 4 kg Krabbenfleisch und werden dafür schlecht bezahlt.

Krabbenpuhlfabrik in Marokko

(Quelle: ZDF)

Feedback zu "Vorsicht Krabbe!"

Nach der ZDFzoom-Doku erreichte unsere Redaktion folgende Zuschauer-Email:

Ihr Beitrag über die Belastung von Krabben mit Benzoesäure hat mir meine Lebensqualität zurückgegeben. Das klingt übertrieben, ist es aber nicht. Seit Jahren kann ich aufgrund von zahlreichen Nahrungsmittelunverträglichkeiten nur noch auf ein begrenztes Repertoire von Lebensmitteln zurückgreifen. Da ich zudem seit meiner Jugend auf Fleisch, Geflügel und Wurst verzichte, ist Fisch mein einziger Proteinlieferant. Mindestens eine Portion Krabben waren es täglich, meistens zwei, weil sie sich so schnell und leicht zubereiten ließen. Seit Jahren litt ich unter heftigsten Magen- und Nierenschmerzen. Ich war bei allen möglichen Ärzten, um die Ursache abklären zu lassen. Keiner fand die Ursache. Ich wäre im Leben von allein nie darauf gekommen, dass ich einfach nur aufhören muss, Krabben zu essen. Seit drei Tagen bin ich schmerzfrei.

Michael Höft beginnt seine Recherchen im Herzen der Krabbenindustrie: in Büsum. Von hier aus stechen die Kutter täglich in See, um die beliebte Nordseekrabbe zu fischen. Ihr Fanggebiet ist auch das Wattenmeer. Obwohl der Nationalpark Wattenmeer die höchste Schutzstufe genießt, die Deutschland vergeben kann, dürfen die Krabbenfischer auch dort ihrer Arbeit nachgehen. Aber ist das Fischen mit schwerem Geschirr tatsächlich vereinbar mit dem Umweltgedanken?

In Marokko gepult

Und noch etwas trübt das Bild. Schon lange werden die Nordseekrabben nicht mehr in Deutschland gepult, sondern vor allem im Billiglohnland Marokko. Mehrere Tage braucht ein LKW für die knapp 3000 Kilometer von Deutschland bis Marokko. In den afrikanischen Fabriken pulen Tausende Frauen bei Temperaturen um die neun Grad das Tier aus der Nordsee. Der Lohn für diese Knochenarbeit entspricht häufig nicht einmal dem in Marokko gesetzlich vorgeschriebenen Mindestlohn. Und: Um die lange Reise von Europa nach Afrika und zurück gut zu überstehen, werden die Krabben ordentlich in Konservierungsmittel eingelegt. Natürlich gibt es dafür gesetzlich vorgeschriebene Grenzwerte, doch wie viel Konservierungsmittel nehmen wir zu uns, wenn wir Krabben essen, und wie gesundheitsschädlich sind sie eigentlich?

03.07.2013

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