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Am Todesstreifen: DDR-Grenzer erzählen

Ein breiter Erdstreifen trennt das Waldgebiet zwischen Thüringen und Bayern.

Wer waren die Menschen, die den Todesstreifen bewachten? Was ist aus ihnen geworden? Auch dreißig Jahre nach der deutschen Einheit ist der Dienst an der DDR-Grenze ein Tabu-Thema.

Datum:
16.09.2020
Verfügbarkeit:
Video leider nicht mehr verfügbar

Während die DDR ihre Grenzer als „Helden“ und „Friedensschützer“ feierte, galten sie im Westen als „KZ-Wächter“ und „Mördertruppe“. In der Dokumentation von Christhard Läpple erzählen ehemalige Grenzer offen und schonungslos übers Wacheschieben am Todesstreifen.

„Warum kam ich an die Grenze? – Weil ich dorthin wollte.“ Lutz Rathenow stand als 18-jähriger Wehrpflichtiger freiwillig an der „Staatsgrenze West“. Der junge Mann aus Jena bewachte den Todesstreifen. Rathenow war einer von rund 500.000 Deutschen in der Uniform der DDR-Grenztruppen. Vierzig Jahre lang teilte Deutschland eine tödliche Grenze, die nach dem Mauerbau 1961 nahezu unüberwindlich erschien. Für Rathenow war die Härte des Grenzdaseins ein Weckruf. Er wurde Schriftsteller und Regimekritiker. Heute ist Rathenow Beauftragter des Freistaates Sachsen für die SED-Diktatur.

Frank Pergande wollte einfach nur durchkommen. In seiner 9. Kompanie bei Eisenach musste er Ende der siebziger Jahre kein einziges Mal zur Waffe greifen. Er hatte Glück. Sein einziges Ziel: „Überstehen, überstehen, überstehen. Hauptsache, es passiert nichts.“ Der 62-jährige Pergande studierte in der DDR Journalistik und ist heute Redakteur bei der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

Auf die Frage, ob er geschossen hätte, antwortet der 54-jährige Thomas Schwarz aus Brandenburg. „Ja, wenn es in meinem Abschnitt einen Grenzdurchbruch gegeben hätte und diejenigen auf Warnschüsse und Anrufe nicht reagiert hätten, hätte ich geschossen.“ Schwarz studierte ab 1984 an der Hochschule der Grenztruppen in Suhl und wurde Politoffizier. In der Nacht des Mauerfalls öffnete er seinen Übergang in Staaken zu West-Berlin. Der heute erfolgreiche Unternehmer sagt: „Die Maueröffnung war ein Akt der Befreiung.“ Sein Fazit: „Einmauern bringt nichts.“ Zu Wort kommt auch Kati Naumann, die ihre Kindheit im Sperrgebiet verbrachte. Die Leipzigerin hat sich intensiv mit dem Schicksal der Zwangsumgesiedelten beschäftigt

Am Ende der DDR 1989/90 gehörten zu den DDR-Grenztruppen etwa 40.000 Mann, darunter einhundert Frauen im Range von Offiziersanwärterinnen. An der Grenze kamen bis zu 800 Menschen ums Leben, so seriöse Schätzungen. Die genaue Zahl der Opfer ist bis heute unbekannt.

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