Martin Sonneborn

Satiriker, Parteigründer und Provokateur

Martin Sonneborn wurde am 15. Mai 1965 in Göttingen geboren. Nach dem Besuch einer katholischen Privatschule in Osnabrück und seinem Abitur (1984) leistete er seinen Grundwehrdienst und studierte anschließend Germanistik, Publizistik und Politikwissenschaften in Münster, Wien und Berlin. Bei der "heute-Show" ist er als Außenreporter im Einsatz.

Martin Sonneborn
Martin Sonneborn Quelle: ZDF

Sein Studium schloss Martin Sonneborn 1994 mit einer Magisterarbeit über das Magazin "Titanic" mit dem Titel "Titanic und die Wirkungsmöglichkeiten von Satire" ab. Danach arbeitete er zunächst in Berlin frei für "die tageszeitung", "DIE ZEIT" und "Titanic", bevor er 1995 nach Frankfurt am Main zog, um dort festes Titanic-Redaktionsmitglied zu werden. Im Februar 2000 übernahm er den Posten des Chefredakteurs und machte nach Titanic-Tradition mit medienwirksam inszenierter Aktionskunst von sich reden.

"Ich tat es für mein Land"

Eine seiner bekanntesten Aktionen gelang Martin Sonneborn im Jahr 2000 im Zuge der Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaft 2006. Kurz vor der entscheidenden Abstimmung schickte seine Redaktion Faxe an mehrere wahlberechtigte Funktionäre des Weltfußballverbandes (FIFA), in denen er mit dem Angebot eines Korbs mit Schwarzwälder Spezialitäten sowie einer Original-Kuckucksuhr um Stimmen für den Austragungsort Deutschland warb. Mit 12:11 Stimmen setzte sich Deutschland schließlich gegen den Mitbewerber Südafrika durch ...

In einem juristischen Nachspiel drohte der Deutsche Fußball-Bund Sonneborn mit einer 600-Millionen-DM-Klage und erwirkte eine Erklärung, vergleichbare Aktionen künftig zu unterlassen. 2005 erschien die Schilderung der Vorfälle in Sonneborns Buch "Ich tat es für mein Land". Außerdem veröffentlichte die Titanic-Redaktion zu diesem Thema auch eine CD mit Beschwerden und Beschimpfungen wütender Anrufer, die von der "Bild"-Zeitung dazu aufgefordert worden waren, Sonneborn "mal ihre Meinung zu sagen".

Gründung der "PARTEI"

2004 gründete Martin Sonneborn gemeinsam mit anderen Titanic-Redakteuren "Die PARTEI" als eine selbsternannte "Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative", bei der er selbst den Bundesvorsitz übernahm. Zum politischen Programm gehörte unter anderem, die Forderung nach dem Wiederaufbau der ehemaligen innerdeutschen Mauer bzw. die "Errichtung einer Sonderbewirtschaftungszone (SBZ)", die "auch baulich vom Rest der Bundesrepublik getrennt werden soll". Damit setzte Sonneborn jene traditionelle satirische Auseinandersetzung mit der deutschen Einheit fort, die sich seit der Wende immer wieder in der Titanic wiederfand.

Die PARTEI organisierte sich in mehreren Landesverbänden, startete diverse Kampagnen und trat auch bei Wahlen an, so zur Bundestagswahl 2005. Im selben Jahr gab Martin Sonneborn die Leitung der Titanic-Redaktion ab, blieb aber als Mitarbeiter und Mitherausgeber des Magazins. Er ging zurück nach Berlin und verantwortete ab 2006 das Satireressort "Spam" bei "Spiegel Online". 2008 veröffentlichte er die Filmdokumentation "Heimatkunde", für die er Menschen und ihre skurrilen Geschichten aus den Randzonen Berlins porträtierte. 2009 zeigt Sonneborn im Satirefilm "Die PARTEI" den Werdegang der Partei seit ihrer Gründung 2004 und seine Vision vom politischen Erfolg.

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