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Dumping-Preise bei Lebensmitteln

Hintergründe zur heute-show vom 07.02.2020

Hintergründe zur heute-show vom 07.02.2020
Quelle: Getty/PA

Deutsche Bauern leiden schon seit längerem unter zu geringen Preisen für ihre Lebensmittel. Am Montag (3.2.) lud Kanzlerin Merkel deshalb die Vertreter der vier großen Supermarktketten zu einem Gipfel ins Kanzleramt. Die SZ gibt den Landwirten Recht: Im Verhältnis zu den großen Handelsketten seien diese seit jeher ziemlich arme Würstchen. Wer große Mengen kaufe, der könne eben auch die Bedingungen diktieren. Dagegen säßen die Bauern häufig auf verderblichen Produkten, gerade im Obst- und Gemüseanbau. Was sich nicht verkaufen lässt, vergammele. Konkrete Gesetze wurden bei dem Treffen im Kanzleramt nicht vorgestellt. Festgelegt wurde unter anderem eine „Meldestelle für unlautere Handelspraktiken und Dumpingpreise“.

Bei den Preisen für Nahrungsmittel liegt Deutschland im Mittelfeld, so Daten von Eurostat – dem statistischen Amt der EU. Die Bundesrepublik rangiert auf Platz 13 der 27 EU-Länder. Hierzulande seien allerdings die Einkommen deutlich höher als in vielen anderen Ländern. Daher könne man sagen, dass die Lebensmittelpreise in Relation zum Einkommen in Deutschland sehr günstig seien, sagt Erik Maier von der Leipziger Handelshochschule HHL gegenüber dem MDR.

In anderen Ländern wird ebenso hitzig über die Preise für Lebensmittel debattiert. In Frankreich etwa gibt es seit einem Jahr so genannte Mindestpreise: Supermärkte müssen nun Lebensmittel um mindestens zehn Prozent über dem Einkaufspreis verkaufen. Welche Auswirkungen das hat, berichtet der Korrespondent des WDR aus Paris.

Auch Fleisch ist hierzulande zu billig, sagen Kritiker. Deutschland etwa erzeugt 20 Prozent mehr Schweinefleisch, als verbraucht wird. Das meiste davon geht nach China. Ein Zufall ist diese Exportorientierung nicht, weiß der Agrarökonom Achim Spiller, den das Redaktionsnetzwerk Deutschland zitiert: „Seit den 80er Jahren haben Landwirte - auch auf Wunsch der Politik - darauf gesetzt, die Weltmärkte zu beliefern."

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat vor kurzem ermittelt, dass frisches Fleisch im Supermarkt zu 88 Prozent aus problematischer Tierhaltung stammt, sprich von Tieren, die unter qualvollen und häufig gesetzeswidrigen Bedingungen gehalten wurden. Im Handel entspricht das Haltungsform 1 oder 2.

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