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Betrug im weißen Kittel

Die vielen Lügen der Alexandra B.

Doku | 37 Grad - Betrug im weißen Kittel

Alexandra B. ist geständig, dennoch verurteilt sie das Landgericht Berlin im Oktober 2016 wegen Betrugs und Missbrauchs von Titeln zu drei Jahren und sieben Monaten Gefängnis.

Beitragslänge:
29 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 20.06.2020, 23:59
Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2017

Alexandra (36) wächst in einem reichen Elternhaus auf, sie muss auf nichts verzichten. Dafür erwarten ihre Eltern aber auch Leistung. Die Tochter soll Ärztin oder Juristin werden. Diese Erwartungen kann sie aber nicht erfüllen, zumindest nicht legal.

Ein Doktortitel muss es sein

Erst spät beginnt sie zu studieren, Sozialpädagogik, doch das Studium an der Fachhochschule schließt sie nicht ab. Mit 32 Jahren meint sie, es sei an der Zeit, etwas vorzuweisen: ein Beruf mit Prestige und entsprechendem Einkommen, gekrönt von einem Doktortitel.

"Adrenalin schoss durch meinen Körper und mein Gehirn, ich wollte diese kleine Abkürzung 'Dr.' vor meinem Namen haben." Kurzerhand fälscht sie Hochschulabschlüsse und Promotionsurkunden.

Zunächst läuft alles gut. Sie arbeitet in einer psychiatrischen Klinik in Remscheid als promovierte Psychologin. Als sie nach zwei Jahren kündigt, erhält sie von ihrem Chef ein gutes Zeugnis. Alexandra geht nach Berlin. Psychologin war gut, Psychiaterin ist besser.

Exklusiv

Doku | 37 Grad - Welche Persönlichkeitsstörungen gibt es?

Falsche Ärzte, Piloten, Politiker, Anwälte: Hochstapler geben vor, etwas zu sein, was sie nicht sind. Unter vielen (aber nicht allen) Hochstaplern finden sich Narzissten.

Videolänge:
1 min
Datum:

Schmerzhafter Lernprozess

Im Krankenhaus des Maßregelvollzugs findet sie eine neue Anstellung. Alles läuft wie am Schnürchen. Sie arbeitet im Lauf der Zeit noch in verschiedenen Kliniken, am Ende sogar als Oberärztin in einer Reha-Klinik. Ihre Dreistigkeit beim Fälschen allerdings bringt sie schließlich zu Fall. Es kommt zu einem Prozess. Bis dahin hat sie sich niemandem anvertraut, nicht einmal ihr Ehemann weiß, wer Alexandra wirklich ist.

Die Dreharbeiten der "37°"-Dokumentation beginnen nach ihrer Entlassung aus der fünfmonatigen Untersuchungshaft im Oktober 2016. Es ist schwer für Alexandra, sich nach der Straftat neu zu orientieren. Sie muss feststellen, dass Freunde sich abgewandt haben, die Ehe kriselt und ihr Leben eigentlich nur noch ein einziger Scherbenhaufen ist. Das anzunehmen, fällt ihr nicht leicht, denn sie war immer davon überzeugt, ihr stünde ein gutes Leben zu. Doch allmählich erkennt sie, dass vor allem sie selbst schuld ist an ihrer misslichen Lage. Eine harte und schmerzliche Erkenntnis.

Kommentar von Enrico Demurray (Autor)

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