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Einsatz im Wüstensand

Ein Soldat auf Friedensmission

Radpanzer rollen durch die Wüste. Die Patrouille führt ein junger Offizier. Matthias ist 27, als er den Befehl bekommt, in den Einsatz zu gehen. Die Zeit in Mali wird ihn verändern.

Videolänge:
28 min
Datum:
02.07.2018
:
UT - AD
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 26.06.2023

Was bewegt junge Menschen, zur Bundeswehr zu gehen? Das Pflichtbewusstsein als deutscher Staatsbürger? Abenteuerlust? "37 Grad" begleitet Matthias ein Jahr bei der UN-Mission MINUSMA vom Training in Deutschland durch Gefahren im Einsatz bis zur Heimkehr zur Familie.

Die bisher größte Herausforderung

Matthias ist Zugführer bei den Gebirgsjägern in Bad Reichenhall, als die Dreharbeiten im Juni 2017 beginnen. Nach Studium und militärischer Ausbildung muss er seine Soldaten führen - auch im Ernstfall als Kampftruppe für die weltweiten Einsätze der Bundeswehr. In der gesamten Sahel-Region herrscht erhöhte Gefahr für terroristische Anschläge und Entführungen. Nord-Mali mit Gao und Kidal gilt als Drehkreuz des Drogenschmuggels von Südamerika Richtung Europa. "Das wird die bisher größte Herausforderung in meiner Laufbahn", sagt Matthias und wirkt dabei nachdenklich. "Hauptsache, meine Jungs kommen alle wieder heil zurück."

Kurz vor der Abreise nach Mali heiratet Matthias. Seine Frau Clara ist schwanger, als am 21. September 2017 um sechs Uhr früh ein A310 der Deutschen Luftwaffe vom Flughafen Köln-Wahn abhebt. Clara macht sich Mut: "Wir werden telefonieren und uns Nachrichten schreiben. Ändern können wir es leider nicht."

Als schnelle Eingreiftruppe in der Wüste

Zwölf Stunden später steht Matthias im Feldlager der Bundeswehr in Gao mit Namen "Camp Castor". Es ist bereits dunkel, und dennoch schiebt sich das Thermometer über die 40-Grad-Marke. Zeit zum Akklimatisieren bleibt nicht: Übernahme von Waffen und Ausrüstung, Einrichten im Lager und die ersten Patrouillen im Einsatzraum.

Mit seinem Zug übernimmt er die Aufgaben einer schnellen Eingreiftruppe: Schutz der eigenen Kräfte, Aufklärung bei Anschlägen oder Unterstützung der UN-Soldaten anderer Länder. Matthias und sein Zug sind die "Feuerwehr" in der Hitze der malischen Wüste. Im schlimmsten Fall wird er selbst auf Menschen schießen müssen. Während der vier Monate in der Wüste stellt sich Matthias den Fragen nach dem Sinn des Einsatzes, nach der Pflicht des Dienens, nach dem Tod und dem Töten.

Die Autoren Daniel Moj und Jörg Stolpe zeigen ein authentisches Bild einer neuen Generation von Soldaten, die sich dafür entscheiden, für ihr Land zu dienen. Gleichzeitig macht der Film deutlich, wie sich die Bundeswehr in den vergangenen 20 Jahren verändert hat: weg von einer Präsenz-Armee, hin zu einer Einsatztruppe, die unser Land fernab der Heimat verteidigen soll.

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