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Helfen ist die halbe Miete

Studenten ziehen zu Senioren

Doku | 37 Grad - Helfen ist die halbe Miete

Student und Rentner unter einem Dach – einkaufen, mit dem Hund Gassi gehen oder den Älteren auch nur Gesellschaft leisten: Wer sich sozial engagiert, kann günstiger wohnen.

Beitragslänge:
28 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 25.09.2018, 23:55
Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2017

Senioren brauchen oft Hilfe im Alltag. Die Jungen suchen häufig erfolglos ein Zimmer, das bezahlbar ist. Der Deal: Privatpersonen stellen Studenten für eine reduzierte Miete oder kostenlos ein Zimmer.

Nur eine Zweckgemeinschaft?

Mustafa ist vor einigen Monaten bei Josef eingezogen. Seitdem waschen und essen sie gemeinsam, treiben Sport und teilen sogar das Bad. Eine WG aus Bewohnern, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Mustafa ist 24, stammt aus Iran und studiert Wirtschaftsingenieurwesen. Josef ist 92, hat schon immer im bayerischen Aschaffenburg gewohnt und beschäftigt sich vor allem mit regionaler Geschichte. "Wir haben ziemlich viele unterschiedliche Vorstellungen", sagt Josef schmunzelnd. "Aber wir sind ehrlich zueinander und finden immer einen Weg."

Doch nicht immer sind die Grenzen dabei ganz klar. Das Miteinander der Generationen will geübt sein, die finanzielle Abhängigkeit kann Konflikte auslösen. Wie viel muss ich geben - und was kann ich vom anderen erwarten? Sind wir nur eine Zweckgemeinschaft - oder sind wir so etwas wie Großeltern und Enkel? Und was ist, wenn das Studium abgeschlossen ist und die Jungen weiterziehen?

Was kommt danach?

Vor dieser Frage stehen auch Felizitas und Klaus - nach zwei gemeinsamen Jahren in ihrer WG. Die 24-jährige Studentin im Fach Vermessungswesen macht bald ihr Examen. Klaus, 70 Jahre alt, sitzt im Rollstuhl und kommt nur noch schwer allein zurecht. Die beiden sind ein eingespieltes Paar. Sie erledigt das Bürokratische, kauft ein und wäscht. Er versucht, so viel allein zu meistern, wie es sein Körper zulässt. Doch der Auszug von Felizitas könnte bedeuten, dass auch er das Haus verlassen und ins Pflegeheim ziehen muss. "Das wird eine schlimme Zeit für mich, wenn Felizitas geht. Ich weiß ja nicht, wie es weitergeht", meint Klaus. Es ist eine belastende Situation für beide.

Wird es passen?

Matin ist erst vor zwei Wochen bei Janet eingezogen. Der 21-Jährige studiert in Kiel Volkswirtschaft und konnte lange keine Wohnung finden. Janet, 75, kann gut jemanden gebrauchen. Sie leidet an einem schlimmen Tinnitus, ist manchmal regelrecht lahmgelegt. Ihre Liste der Aufgaben für Matin ist lang: Holz hacken, Einkaufen und sogar eine kleine Wand fliesen. Die beiden mögen sich, das erste Gespräch war gleich intensiv und interessant. Lassen sich ihre Vorstellungen vom gemeinsamen Wohnen in Einstimmung bringen? "Ich würde mir wünschen, dass wir Freunde werden", sagt Matin. "Ich habe nur Zweifel, ob ich die Freiheit habe, die ich brauche." Janet ist zuversichtlich: "Er war zwar bislang kaum da. Aber ich denke, dass wir - obwohl wir sehr unterschiedlich sind - ausreichend Toleranz haben, um miteinander klarzukommen."

Überraschende Konstellationen

"37 Grad" hat Studenten und Rentner begleitet, die zusammenleben, und hat nach ihren Wünschen, Erwartungen und Erfahrungen gefragt. Dabei sind die Autoren auf beeindruckende und überraschende Konstellationen gestoßen.

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