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37°: Keine Zeit für Tränen

Familien mit krebskranken Kindern Film von Anabel Münstermann

Seit 2016 hat Leonie (16) Krebs. Das ist für sie, aber auch für ihre Eltern und Geschwister eine extreme Situation. Woher nimmt Leonie, woher nimmt die Familie Kraft?

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28 min
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06.08.2019
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UT - AD
Video verfügbar bis 06.08.2022

Auch für Fabios Eltern kam die Diagnose wie aus heiterem Himmel. Fabio (7) hatte plötzlich starke Nackenschmerzen - und nach dem Besuch beim Arzt die Diagnose Leukämie. Eine Katastrophe für die ganze Familie. Wieso gerade unser Kind? Das fragten sich seine Eltern.

Eine glückliche Familie im Osterurlaub in Paris. Die fünf besichtigen die nach dem Brand teilweise zerstörte Kathedrale Notre-Dame und genießen die Stadt vom Wasser aus. Steffi und Jörg sind gern und oft auf Reisen mit ihren drei Kindern Leonie (16), Pauline (13) und Felix (10). Doch was unbeschwert aussieht, ist alles andere als das. Leonie ist schwer krebskrank. Seit 2016 hat sie einen Knochentumor, der trotz Operationen und Chemotherapien immer wieder zurückkehrt, vor allem in Form von Lungenmetastasen. "Dieser Schock Krebs. Was heißt das für uns? Was heißt das an Einschränkungen? Man kann es gar nicht fassen", erzählt Jörg rückblickend. Er ist selbst Mediziner - und plötzlich betroffener Vater.

Für die Familie ist nichts mehr alltäglich, alles richtet sich nach Leonies Therapien. "Wir haben immer eine Pause von höchstens drei Monaten. Nur so lange können wir planen und Normalität leben", sagt Steffi. Alle drei Monate wird ein neues CT von Leonies Lunge gemacht. Durchatmen, wenn es ohne Befund ist, oder erneut bangen und hoffen, dass es noch andere Therapieansätze gibt.

Fabios Diagnose kam auf dem Weg in den Sommerurlaub nach Italien. Der Junge hatte plötzlich Nackenschmerzen. Eigentlich kein Grund zur Sorge. Doch seine Mutter Katja wollte es lieber noch bei einem Arzt in Deutschland abklären lassen. "Und dann standen wir plötzlich mit Reisegepäck und Schwimmärmeln auf der Kinder-Onkologie. Ich war mir sicher, das muss ein Irrtum sein."

Fast ein Jahr Krankenhaus, nicht wissend, ob die Chemotherapie anschlägt, ob Fabios Leukämie auch ohne Knochenmarktransplantation behandelt werden kann. Das ganze Familienleben zerbröselt, jeder ist mit seinen Sorgen um Fabio beschäftigt, nichts ist mehr wie vorher. Und dann gibt es ja auch noch Fabios Schwester Lisa (9), um die sich die Eltern kümmern wollen. Während die Mutter die meiste Zeit auf der Krebsstation verbringt, sorgt der Vater zu Hause für die Tochter. "Wir sind im Prinzip wie zwei Alleinerziehende, jeder hat ein Kind. Meine Frau ist in der Klinik, und ich bin zu Hause mit Lisa", erzählt Alex, Fabios Vater.

Familienleben im Ausnahmezustand - da ist keine Zeit für Tränen. Ein Jahr begleitet "37°" Fabios und Leonies Eltern durch diese schwere Zeit, ist dabei, wenn ihre Kinder eine schmerzhafte Behandlung oder Operation durchstehen müssen, wenn es eine Therapiepause zu Hause gibt oder einen Rückschlag. Was passiert mit einer Familie, wenn die Krankheit Krebs plötzlich alles beherrscht? "Wichtig ist ja auch dieses Leben zwischendrin. Nicht nur immer überlegen, was ist, wenn wieder was ist", sagt Steffi, Leonies Mutter.

"37°" zeigt zwei Elternpaare, denen es darum geht, ihren Kindern auch einen Alltag zu ermöglichen, ihnen zwischen Chemotherapie, Bangen und Hoffen zu zeigen, dass das Leben trotzdem schöne Momente hat. Auch wenn sie das als Eltern an manchen Tagen selbst nicht glauben.

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