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Trotzdem bin ich schön

Leben mit Brustkrebs

Ungefähr 69.000 Mal im Jahr stellen Ärztinnen und Ärzte aktuell die Diagnose "Mammakarzinom" bei einer Frau. Damit ist Brustkrebs die häufigste Krebserkrankung bei Frauen.

Beitragslänge:
28 min
Datum:
Sprachoptionen:
UT
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 16.04.2022

"37 Grad" hat ein halbes Jahr drei Frauen mit dieser Krankheit begleitet. Wie gehen sie mit der Diagnose um, was bedeutet dies für die Partnerschaft, und wie verändert sie sich dadurch?

"Aufgeben kam für mich nie infrage!"

Magdalena hörte 2003 das erste Mal die Diagnose Brustkrebs. Damals hatte die 51-Jährige gerade ihren jetzigen Mann kennengelernt, und beide träumten von Kindern. Doch statt Hochzeitsglocken folgten erst einmal Brustamputation, Chemo und Bestrahlung. 2005 kam der Krebs an gleicher Stelle zurück. "Ich bin ein kämpferischer Typ. Aufgeben kam für mich nie infrage", beschreibt Magdalena ihren Umgang mit der Krankheit. Sie wurde sogar Unterwäsche-Model für eine Wäschefirma, die spezielle Büstenhalter und Badeanzüge für Frauen, die eine Brustkrebs-Operation hatten, herstellt. "Das gibt mir enorm viel Selbstbewusstsein", schwärmt Magdalena. "Und ich kann zeigen, dass man auch nach einer Brustoperation schön ist."

"Ich habe zwei Tage vor der ersten Operation Magdalena einen Heiratsantrag gemacht, damit wollte ich ein Zeichen setzen", so Holger. Keine Selbstverständlichkeit, wie das Paar im Umfeld miterleben musste. "Als Mann einer an Brustkrebs erkrankten Frau muss man sich schon mal den ein oder anderen unsensiblen Kommentar anhören", so Holger. Seit 2017 ist Magdalena metastasenfrei, gilt aber inzwischen als palliativ, das heißt, nicht heilbar. Trotzdem betont sie: "Ich genieße jeden Tag, und das Leben ist schön."

Unsere Netzprotagonistin:

"Einen Plan B gibt es nicht."

Jessica, 39, erfuhr erst Ende 2018, dass sie Brustkrebs hat. Unter der Dusche hat sie den Tumor selbst ertastet. Für die Mutter zweier kleiner Mädchen im Alter von sieben und drei Jahren und ihren Mann war die Diagnose ein Schock. "Einen Plan B gibt es nicht. Ich muss für meine Töchter gesund werden", so Jessica. Sie unterzieht sich einer neoadjuvanten Chemotherapie, das heißt, erst Chemo, dann Operation. Ihre Haare hat Jessica schnell verloren und trägt meistens Perücke. "Als ich meiner älteren Tochter erzählt habe, dass ich krank bin und die Haare verlieren werde, hatte sie große Sorge, dass ich mit Glatze zu ihrer Einschulung komme. Ich habe ihr das natürlich nicht angetan und eine Perücke getragen, und sie fand mich 'ganz hübsch'", so Jessica.

Sie und ihr Mann versuchen, den Alltag so normal wie möglich zu gestalten. "Ich glaube, Jessie will auch nicht, dass ich den ganzen Tag um sie herumschwirre und sie frage, wie es ihr geht. Sie weiß, dass ich da bin, wenn sie mich braucht, aber ich glaube, es ist gut, dass ich meine Sachen so weitermache wie bisher", so Costa. Das ist auch nötig, denn durch Jessicas Krankheit fehlt dringend benötigtes Geld in der Familienkasse.

"Die Angst wird wahrscheinlich immer da sein."

Bei der 53-jährigen Friederike wurde Brustkrebs bei einer routinemäßigen Mammografie 2017 entdeckt. "Ich hatte gerade ein paar schlimme private Jahre inklusive Scheidung hinter mir, und dann kam der nächste Hammer." Friederike wurde brusterhaltend operiert und bestrahlt. Vor Kurzem eröffnete ihr ihre Ärztin, dass sie jetzt als gesund gilt. Für Friederike fühlt es sich allerdings nicht so an: "Ich glaube, es wird nie wieder so sein wie vorher. Die Angst wird wahrscheinlich immer da sein."

Friederike lebt inzwischen allein, ihre jüngste Tochter ist kurz nach der Behandlung ausgezogen. "An das Alleinsein musste ich mich erst gewöhnen", so Friederike, "aber ich mache jetzt Sachen, die ich mir vor vier Jahren nicht zugetraut hätte." Dazu gehört für die Singlefrau auch, alleine auszugehen. "Einen neuen Partner an meiner Seite zu haben, wäre schon schön, aber die Situation mit der Krankheit macht es nicht leicht."

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Videolänge:
1 min

Autorin Natalie Suthor über das Thema "Brustkrebs"

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