Sie sind hier:

Was ich kann, will keiner wissen

50 plus und arbeitslos

Doku | 37 Grad - Was ich kann, will keiner wissen

Wer mit über 50 arbeitslos wird, hat es schwer - trotz der derzeit guten Arbeitsmarktsituation. Zu alt, zu unflexibel, zu anspruchsvoll - das sind die Vorurteile vieler Arbeitgeber.

Beitragslänge:
28 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 25.07.2018, 00:00
Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2017

Wer will schon jemanden im Team, der mehr Erfahrung hat als man selbst? Gerade für manch einen jüngeren Chef ist ein Mitarbeiter mit 50 plus deshalb ein Problem. Doch auch die eigenen Erwartungen und Ansprüche an Karriere und Gehalt stehen der Jobsuche oft im Weg.

Entscheidung für die Selbstständigkeit

Die betriebsbedingte Kündigung trifft Hans-Christoph B. wie ein Schlag ins Gesicht. Mit 56 Jahren einen neuen Job zu finden, scheint fast unmöglich. Der studierte Theologe hat einen bewegten Lebenslauf. Nach diversen Aufgaben bei der Kirche ließ er sich erst zum Mediator, dann zum IT-Experten umschulen. Nach vielen Jahren der Ungewissheit bot ihm ein befreundeter Unternehmer eine Festanstellung an. Nach der Kündigung hat er nun keine Sicherheit, keine Perspektive mehr. Hans-Christoph B. muss etwas Neues finden. Er hat sich für den Weg in die Selbstständigkeit als Mediator entschieden. Ob damit im bayerischen Voralpenland wirklich Geld zu verdienen ist?

Hohe Erwartungen - viele Abstriche

Als Chance und nicht als Karriereknick empfindet Corinna H. die Situation, mit 52 noch einmal auf Jobsuche gehen zu müssen. Ihr Vertrag in leitender Position bei einem Verlag in München wurde nicht verlängert. Doch selbstbewusst und ungebunden wie sie ist, macht sie erst einmal ein paar Monate Urlaub, bevor sie sich zur Business Managerin weiterbilden lässt. Ihr Ziel ist es, im neuen Job neue Herausforderungen zu finden, sich selbst zu verwirklichen, in ihrem sozialen Umfeld in München zu bleiben und gleichzeitig nicht weniger Geld zu verdienen als früher. So viele Anforderungen können nicht alle in Erfüllung gehen. Je näher Hartz IV rückt, desto mehr Abstriche muss Corinna machen. Und ihr Selbstbewusstsein ist deutlich angeknackst.

Ein Jahr lang begleitete "37 Grad"-Autor Manuel Fenn die beiden Protagonisten, vom letzten Arbeitstag im alten bis zum ersten Tag im neuen Job. In dieser Zeit erleben wir ihren oft verzweifelten Kampf um eine neue Stelle und um ihren Platz in einer Gesellschaft, die sich vor allem über Leistung und Jugend definiert. Corinna und Hans-Christoph machen die Erfahrung, wie es ist, wenn keiner einen will, weil man zu alt ist.

Um unser Web-Angebot optimal zu präsentieren und zu verbessern, verwendet das ZDF Cookies. Durch die weitere Nutzung des Web-Angebots stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Abo beendet