Wir holen dich da raus

Hilfe für Kinder in Not

"37°: Wir holen dich da raus - Hilfe für Kinder in Not": Die Sozialarbeiterin Renate Flerlage-Hölzel telefonierend in Nahaufnahme.

Dokumentation | 37 Grad - Wir holen dich da raus

Missbrauch, Gewalt, Alkohol und Drogen: Bei akuten Konflikten leisten Mitarbeiter des Kinder- und Jugendnotdienstes Hilfe. Sie finden Lösungen für Kinder und Jugendliche in Krisen.

Datum:
Sendungsinformationen:
Im TV: ZDF, 18.04.2017, 22:15 - 22:45
Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2017
Altersbeschränkung:
Freigegeben ab 6 Jahren

Die Sozialarbeiter kommen zum Einsatz, wenn andere Beratungsstellungen nicht erreichbar sind: abends, nachts und an den Wochenenden. Zu zweit fahren sie zu Hausbesuchen, unterstützen die Polizei bei Eskalationen und müssen vor Ort entscheiden, ob sie ein Kind mitnehmen.

"37 Grad" begleitet die Mitarbeiter des Kinder- und Jugendnotdienstes in Hamburg in ihrem Alltag. Der Film gibt einen besonderen Einblick in ihre Arbeit, fernab der harmonischen Familienwelt. Sie sind konfrontiert mit der Not von Kindern und Jugendlichen, für die sie oft schnelle Lösungen zu deren Wohl finden müssen.

Beraten, schlichten, schnell entscheiden

Im KJND arbeiten 88 pädagogische Fachkräfte im Schichtdienst rund um die Uhr, allein rund 30 im ambulanten Dienst: Sie beraten am Telefon und absolvieren Hausbesuche. Bei einem Anruf von der Polizei fahren sie sofort los. Oft wissen die Mitarbeiter nicht, was sie vor Ort erwartet: gewalttätige, alkohol- oder drogenabhängige Eltern, überforderte allein erziehende Mütter, verwahrloste Kinder. Sie müssen beraten, schlichten oder schnell entscheiden, ob sie ein Kind in Obhut nehmen.

Knapp 30 Jahre ist Renate F. -H. (51) schon dabei. In diesen Jahren ist sie mit viel Leid konfrontiert worden. Leid von Kindern und Jugendlichen, das manchmal kaum erträglich ist. "Mich berühren einige Schicksale sehr. Ich erinnere einen Einsatz, da haben mein Kollege und ich uns vor der Rechtsmedizin im Arm gelegen und bitterlich geweint." Dabei ist Renate in einer besonderen Lebenssituation: Ihr Ehemann Reinhard (62) arbeitet auch im KJND, seit 28 Jahren. Heute sind sie oft gemeinsam im Schichtdienst unterwegs. Als die beiden ihre Zwillinge großzogen, sahen sie sich bei der Arbeit nur selten.

Wir holen dich da raus
Unterwegs für den Kinder- und Jugendnotdienst in Hamburg Quelle: ZDF

Eine Mutter hat versucht, sich das Leben zu nehmen. Die Feuerwehr konnte sie retten und in ein Krankenhaus bringen. Die beiden Kinder sind nun bei einer Verwandten untergebracht. Die Mitarbeiter des KJND sollen sich nun um sie kümmern. Sie stellen vor Ort fest, dass es den Kindern psychisch soweit gut geht und sie das dramatische Ereignis bislang unbeschadet überstanden haben. So müssen sie die Kinder nicht in Obhut nehmen. Ein kurzfristiger Erfolg - Reinhard H. wünscht sich als Ersthelfer in scheinbar ausweglosen Krisensituationen mehr. "Manchmal möchte ich Tischler sein und abends sagen: Die Treppe habe ich jetzt gebaut, und die ist jetzt fertig."

Dokumentation | 37 Grad - Wir holen dich da raus

Die erste Minute von "Wir holen dich da raus" vorab online.

Videolänge:
1 min
Datum:

Spagat zwischen Familie und Beruf

Frauen telefonieren vor Hochhaus
Nächtlicher Einsatz im Brennpunkt

Dagmar S. (56) schlichtet seit mehr als 25 Jahren in familiären Extremsituationen. Sie hat selbst drei Kinder. Die Schicksale der Kinder und Jugendlichen berühren sie immer wieder. Ihr Alltag: beispielsweise der Hausbesuch bei einem 13-jährigen Mädchen. Sie hat Anzeige gegen den Partner ihrer Pflegemutter erstattet, der sie sexuell missbraucht haben soll. Die Pflegemutter hat durch ihren Anwalt erklären lassen, sie hätte den Mann der Wohnung verwiesen. Im Team mit Christina H.-N., die ebenfalls zwei Kinder hat, startet sie zum Einsatz. Vor Ort treffen sie niemanden an. Wo ist das Mädchen? Diese Frage muss das Team jetzt umgehend klären. Den Spagat zwischen Familie und Beruf - Dagmar schafft ihn heute leichter. "Schlimm war es immer dann, wenn ich auf Kinder im gleichen Alter wie meine damals getroffen bin. Das konnte ich kaum aushalten."

Exklusiv

Dokumentation | 37 Grad - Hilfe für Kinder und Jugendliche in Not

Wenn Kinder in Not sind, ist Eile geboten. Es gibt eine Reihe von Maßnahmen, die Kinder in misslichen Situationen unterstützen.

Videolänge:
2 min
Datum:



Es gibt auch Falschmeldungen

Zu Zeiten, in denen die meisten Menschen Feierabend haben oder schlafen, gehen Sandra D. (45) und ihre Kollegen auch den anonymen Anzeigen beim Jugendamt nach. Nicht immer geht es um gravierende Konflikte, manchmal müssen die Mitarbeiter auch Denunziationen klären. Schreien die Kleinkinder tatsächlich den ganzen Tag, weil die Eltern durchgängig kiffen? "Mich ärgert das, wenn Menschen versuchen, das Jugendamt zu instrumentalisieren."

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