40 Stunden schaff' ich nicht

Wenn die Leistung nicht mehr reicht

Dokumentation | 37 Grad - 40 Stunden schaff' ich nicht

Der Wiedereinstieg in das Arbeitsleben nach einer schweren Erkrankung ist schwierig. Rainer, Sabrina und Katharina sind nur noch eingeschränkt arbeitsfähig. Vollzeit geht nicht mehr.

Beitragslänge:
28 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 12.07.2017, 22:15
Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2016
Altersbeschränkung:
Freigegeben ab 6 Jahren

Der Wiedereinstieg in das Arbeitsleben bedeutet für viele Menschen eine große Hürde. Gerade nach einer schweren Erkrankung, wenn Vollzeit nicht mehr geht. Dazu kommt die Angst vor einem wirtschaftlichen Abstieg, vor finanziellen Engpässen. Unsere Protagonisten Rainer,  Sabrina, Katharina sind nach langer Krankheit nur noch eingeschränkt arbeitsfähig.

Rainer am Rechner
Rainer bei einer Fortbildung

Rainer versucht, sich mit kleinen Jobs über Wasser zu halten. Er ist Ende 40 und hochqualifiziert. Er hat Chemie studiert, Pharmazie abgeschlossen, ein kleines Software-Unternehmen gegründet. 60 Stunden die Woche war seine übliche Arbeitszeit. Er war erfolgreich, vor Aufträgen konnte er sich kaum retten. Auch privat ging es ihm gut - Frau, drei Söhne. Ein Leben auf der Überholspur. Dann kam die Diagnose, die alles veränderte: Leukämie.

Jahrelang kämpfte er gegen den Krebs, den er schließlich überwand, doch sein Leben ist inzwischen ein anderes. Nach einer langen Chemotherapie ist Rainer nicht mehr so leistungsfähig wie früher. Mehr als 20 Stunden die Woche kann er nicht mehr arbeiten. Die Firma musste er abgeben, die Familie brach auseinander. Aufgrund seiner Ersparnisse konnte er sich in den vergangenen Jahren mit kleinen Computer-Jobs durchschlagen. Doch nun sind seine finanziellen Reserven aufgebraucht, es muss dringend etwas passieren. Trotz vieler Bewerbungen erhielt er immer wieder Absagen. Könnte er Vollzeit arbeiten, sähe es besser aus, meint Rainer, doch das schafft er nicht mehr.

Erst krank, dann arm?

Sabrina
Sabrina ist eingeschränkt arbeitsfähig.

Eine Studie belegt, dass jüngere Krebspatienten dreimal häufiger unter finanziellen Engpässen leiden als Gesunde in ihrer Altersgruppe - fatal auch für ihr Selbstbewusstsein. Wie kann diesen Menschen der Wiedereinstieg in das Berufsleben erleichtert werden?

Die 35-jährige Sabrina aus Berlin war nur kurz berufstätig. Sie hatte eine Banklehre abgeschlossen und gerade ein Wirtschaftsstudium begonnen, als bei ihr ein Gehirntumor diagnostiziert wurde. Sie war damals 22 Jahre alt, beruflich ehrgeizig und sehr sportlich - Berliner Meisterin im Fünfkampf. Seit der Operation ist sie halbseitig gelähmt. Trotzdem schloss sie noch ein Wirtschaftsstudium ab. Sie bezieht eine geringe Erwerbsminderungsrente, von der sie kaum leben kann. Ein kleiner 450-Euro-Job würde ihr schon helfen. Mehr als vier Stunden am Tag zu arbeiten, das schafft sie nicht.

Nur noch mit halber Kraft voraus

Katharina
Katharina will wieder durchstarten. Quelle: ZDF

Katharina aus Brandenburg konnte sich vor Arbeit kaum retten. Die Betriebswirtin war verantwortlich für die Finanzen eines Start-up-Unternehmens, gleichzeitig kümmerte sich die allein erziehende Mutter um ihre zwei Kinder. Zeit war ein kostbares Gut für Katharina. Als das Unternehmen seinen Firmensitz vor drei Jahren ins Ausland verlegte, suchte sie sich eine neue Stelle. Bevor sie mit der neuen Arbeit beginnen wollte, nahm sie sich etwas Zeit für ihre Kinder, dann kam die Erkrankung. Ihre neue Stelle trat sie nie an. Sie musste sich einer langen Krebstherapie unterziehen.

Solange sie Krankengeld bezog - das waren 78 Wochen - ging es ihr ganz gut. Enger wurde es mit dem Arbeitslosengeld, und jetzt mit Hartz IV ist es sehr knapp. Hätte sie nicht ihre Schwester, die sie gelegentlich unterstützt, sie käme kaum über die Runden.

"37 Grad" begleitet drei Protagonisten, die ihre Krankheit in den Griff bekommen haben, in ihrem Bemühen, beruflich wieder Fuß zu fassen. Dabei geht es nicht nur um finanzielle Absicherung, sondern auch um ein würdiges Leben.

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