Goldkinder

Der Konflikt um wertvolle Mineralien

Dokumentation | 37 Grad - Goldkinder

Gold ist allgegenwärtig: der Ring, die Kette, die Zahnkrone oder die Währungsreserven von Staaten. Doch kaum jemand fragt nach, unter welchen Bedingungen das Luxusprodukt gewonnen wird.

Beitragslänge:
44 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 08.11.2017, 22:15
Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2016
Altersbeschränkung:
Freigegeben ab 6 Jahren

Gesichter der Armut

Neben dem industriellen Bergbau gibt es Millionen kleine Minen weltweit. Mit denen beschäftigt sich der Film am Beispiel von Ghana, den Philippinen und der Demokratischen Republik Kongo. Die Goldgewinnung geschieht oft in gefährlicher Arbeit unter Tage oder unter Wasser. Im Kleinbergbau geschieht dies auch mit Hilfe von Kindern, die schon ab sieben Jahren schwer arbeiten. Der Run auf Mineralien wie Gold oder Coltan kennt kaum Rücksicht. Rebellengruppen finanzieren ihren Kampf mit wertvollen Rohstoffen. Und dort, wo es in der Nähe Rohstoffe wie Gold oder Coltan gibt, gibt es Gewalt. Im Kongo beispielsweise werden immer wieder Dörfer überfallen. Viele dieser Konfliktmineralien werden letztlich für Handys in aller Welt gebraucht.

37 Grad fragt nach, woher das Gold für unseren Schmuck kommt und entdeckt, dass neben Gold andere Mineralien existieren, um die es gefährliche Konflikte gibt. Auch Coltan, Zinn und Wolfram werden als Konfliktmineralien bezeichnet. Die Dreharbeiten führen Autor Manfred Karremann nach Ghana, auf die Philippinen und in den Kongo.

Ein Gesetz, das Konfliktfreiheit bringen soll

Im Juni 2016 hat die EU ein neues Gesetz zum Handel mit Konfliktmineralien auf den Weg gebracht. Unternehmen müssen danach die Herkunft von der Mine bis zum Ladentisch offenlegen. Etwa 880.000 Firmen sind nach Angaben der EU betroffen. Der Bedarf ist enorm: Ob Schmuck, Elektronik oder Smartphone - nichts geht ohne die Mineralien Gold, Coltan, Zinn und Wolfram. Kinderarbeit, Umweltverschmutzung und Menschenrechtsverletzungen sind Ausschlusskriterien für den Import nach Europa.

Hauptanlass für das neue Gesetz aber war die anhaltende Gewalt im Osten der rohstoffreichen Demokratischen Republik Kongo. "Wir wollen Bürgerkriege beenden, den Geldhahn zudrehen", sagt der Vorsitzende des Handelsausschusses im EU-Parlament kurz und deutlich. In einer über eineinhalbjährigen Recherche hat das Team um Manfred Karremann den Konfliktmineralien nachgespürt. In Ghana und auf den Philippinen in Kleingoldminen, in denen zahllose Kinder schon im Alter von sieben Jahren schuften. Schließlich führte der Weg auch in die Demokratischen Republik Kongo. Denn immer wieder wurde gesagt: Die Voraussetzung für ein Ende von Kinderarbeit oder Umweltzerstörung ist: Konfliktfreiheit.

Was sind Konfliktmineralien?

Von Konfliktfreiheit ist der überaus rohstoffreiche Osten des Kongo weit entfernt: In vielen Gebieten terrorisieren Milizen die Menschen, um an die begehrten Mineralien zu kommen. Sie überfallen Dörfer, vergewaltigen - vom Baby bis zur Großmutter - um Menschen zu vertreiben. Frauen und Kinder werden zur Zwangsarbeit in Minen gezwungen. Hunderttausende Menschen, auch Kinder, sind schon zu Opfern geworden, und die Gewalt hält unvermindert an. Parallelen gibt es: Zu den so genannten Blutdiamanten -auch in Liberia oder Sierra Leone herrschten früher solche Zustände im Kampf um Diamanten.

Dokumentation | 37 Grad - Was sind Konfliktmineralien?

Handy, Laptop, Auto - nichts würde laufen ohne Gold, Wolfram, Zinn und Coltan. Im Streit um die begehrten Bodenschätze fließt Blut - etwa im Osten des Kongo.

Beitragslänge:
1 min
Datum:

Inzwischen, so sagen uns Fachleute, ist Gold im Trend für die Finanzierung von Waffen bei Rebellen und Milizen: Man kann es einschmelzen, einmal exportiert ist später kaum nachvollziehen, wo es ursprünglich herkommt. Anders als bei den anderen drei Konfliktmineralien, deren Herkunft per genetischem Fingerabdruck nachvollzogen werden kann. So schätzt die UN, dass 98 Prozent des Goldes aus Kleinminen aus der Demokratischen Republik Kongo geschmuggelt werden. Selbst der größten und teuersten UN-Mission aller Zeiten gelingt es bislang nicht, die Gewalt im Osten des Kongo zu beenden. Über die Ursache allerdings sind sich alle einig: Die Gier nach wertvollen Mineralien.

Manfred Karremann über die Dreharbeiten

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