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Lehrer über Nacht

Quereinsteiger im Klassenzimmer

Doku | 37 Grad - Lehrer über Nacht

Stefan und Karsten, beide 40, sind Akademiker und Quereinsteiger im Lehrerjob. Sie tauschen Labor gegen Lehrerzimmer und müssen im Eilverfahren zu Pädagogen werden. 37 Grad begleitet sie im Alltag.

Beitragslänge:
28 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 25.08.2018, 23:59
Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2015

Stefan (40) hätte nie gedacht, dass er einmal Lehrer werden würde. Jetzt tauscht der Biochemiker sein Labor gegen das Klassenzimmer. Der Film begleitet ihn durch das erste Schuljahr, genau wie Karsten (40), der als Astronom die Sterne beobachtete. Nun aber wartet die wohl größte Herausforderung auf ihn: 14- bis 18-Jährige für Formeln und Hausaufgaben zu begeistern. Pädagogische Erfahrung hat keiner der Quereinsteiger, die Belastung ist groß.

Es herrscht großer Lehrermangel in Deutschland. Gerade in Fächern wie Mathematik, Physik oder Chemie fehlt der Nachwuchs. Stefan und Karsten sollen in Berlin helfen, die vielen Unterrichtsausfälle zu stoppen. Beide Akademiker sind Quereinsteiger im Lehrerjob - sie tauschen Labor gegen Lehrerzimmer und müssen im Eilverfahren zu Pädagogen werden. Von Anfang an wird ihnen gesagt: Was von ihnen verlangt wird, ist eigentlich nicht zu schaffen.

Bessere Perspektiven als Lehrer

Stefan hat einen Doktortitel und lebt mit seiner Frau und zwei Kinder zusammen. Sein Job als Biochemiker in einem Forschungslabor ist zeitaufwändig, befristet und mittelmäßig bezahlt. Sicherheiten für die Zukunft hat er kaum. Das soll sich ändern. Er hört davon, dass an Berliner Schulen Menschen gesucht werden, die vor allem in naturwissenschaftlichen Fächern ausgebildet sind. Pädagogische Erfahrungen werden nicht vorausgesetzt. Der Familienvater bewirbt sich an einer Gesamtschule in seiner Nähe und wird genommen.

Ab sofort steht Stefan nicht mehr vor Reagenzgläsern, sondern vor Schülerinnen und Schülern ab der siebten Klasse. Er muss lernen, gerecht zu benoten und mit Störenfrieden umzugehen. Für die nächsten 18 Monate ist er nicht nur Lehrer seiner Schüler, sondern drückt jeden Nachmittag selbst die Schulbank im Lehrerseminar. Ein schwieriger Spagat. Außerdem trifft er hier auf die regulären Referendare, die gerade von den Universitäten kommen. Nicht alle sind über die Quereinsteiger erfreut.

Hoher Anspuch - wenig Zeit

Karsten hat in seinem vorherigen Leben mehr als 30 Jobs ausgeführt. Die Arbeit in einer Sternwarte hat in dem Astronomen bislang das größte Feuer entfacht. Doch sein Vertrag konnte nicht verlängert werden. Jetzt ist auch er Quereinsteiger an einer Berliner Gesamtschule. Seine Fächer: Physik und Mathematik. Er ist angetreten, um das starre Schulsystem zu verändern. Karsten hat sich vorgenommen, für jeden seiner Schülerinnen und Schüler da zu sein, ihnen alles zu erklären. Ein Anspruch, der hohen Zeitaufwand erfordert.

Der neue Job bringt für Karsten viele Veränderungen mit sich: er isst weniger, dafür ungesünder, er findet kaum noch Schlaf. Kinobesuche, Trainingseinheiten im Sportstudio oder gar Urlaube sind momentan undenkbar, Ruhephasen beinahe abgeschafft. Auch für die Vorbereitung seines Unterrichts bleibt zu wenig Zeit. Besserung ist nicht in Sicht. Karsten zweifelt ernsthaft daran, ob der Lehrerjob für ihn das Richtige ist.

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