Ohne mein Kind

Mütter verlassen ihre Familie

Dokumentation | 37 Grad - Ohne mein Kind

Die Doku begleitet drei Mütter, die ihre Familie verlassen haben. Es geht um ihre innere Zerrissenheit, ohne die Kinder zu leben, und um die ständige Rechtfertigung vor anderen Menschen.

Beitragslänge:
29 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 20.09.2017, 22:15
Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2016
Altersbeschränkung:
Freigegeben ab 6 Jahren

Ein Mann, der sich von seiner Familie trennt, ist nichts Ungewöhnliches. Eine Frau, die Mann und Kinder verlässt, gilt als herzlos und egoistisch. Wie schlecht muss eine Frau sein, wenn sie den eigenen Kinder den Rücken kehrt? Die Doku begleitet drei Mütter in ihrer inneren Zerrissenheit, ohne die Kinder zu leben. Es geht auch um die ständige Rechtfertigung vor anderen Menschen.

Es sind nur zehn Prozent der Mütter, die nach der Scheidung alles zurücklassen, ihre Kinder nur noch am Wochenende sehen und sich dabei dem Vorwurf aussetzen, kaltherzig und selbstsüchtig zu sein. Mia (30) wird ausziehen und ihre Kinder, 6 und 9, beim Vater lassen. "Es zerreißt mir das Herz, ohne meine Kinder zu gehen, aber ich freue mich auch auf einen Neuanfang." Mia findet, dass die Kinder beim Vater besser aufgehoben sein werden, weil er sich die Zeit selbst einteilen kann, während Mia im Schichtdienst arbeitet.

"Ein Kind gehört zur Mama!"

Die 37-jährige Jasmin muss sich auch drei Jahre nach ihrer Trennung von den Kindern noch immer rechtfertigen, auch vor sich selbst: "Ein Kind gehört zu seiner Mama! Deshalb schau' ich immer in verständnislose Gesichter - 'bei der kann doch was nicht stimmen!' Aber ich wollte meine Kinder nicht aus ihrem gewohnten Umfeld reißen und sie in ein neues, fremdes Leben pressen." Die Arbeitszeiten ihres Berufes sind vollkommen familienuntauglich, deshalb verbringen ihre Kinder nur noch die Wochenenden mit der Mutter. "Seit meinem Auszug bin ich das letzte Glied in der Kette, erfahre die wichtigen Dinge meiner Kinder immer erst als Letzte, und das tut weh."

Naomi, 42, verließ ihre Familie schon vor 13 Jahren. Damals war ihr Sohn erst zwei, aber Naomi wollte die Welt sehen, reisen und ihre Freiheit genießen. Heute ist Sohn Noah 15 und sieht seine Mutter nur alle zwei Wochen. "Trotzdem ist unser Verhältnis innig, und wir genießen die Zeit zusammen besonders intensiv." Neuerdings aber häufen sich die Situationen, in denen Naomi spürt, dass Noah ihr weniger vertraut. "Habe ich doch zu viel verpasst? Bin ich keine gute Mutter für ihn?"

Vorwurf der Rabenmutter

Die Dokumentation zeigt, wie schwierig es für die Frauen ist, sich nicht als Rabenmutter zu fühlen. Und es geht auch um ihre gewonnene Freiheit sowie um die Herausforderung, mit ihrem Status als Wochenendmutter fertig zu werden.

    Ein Film von Katrin Wegner
    Kamera: Bettina Clemens, Fariba Nilchian
    Schnitt: Dirk Farin
    Produktion:  Christian Stachel
    Redaktion: Silvia Schmidt-Kahlert
    Online-Redaktion: Uschi Hansen

Datum:

Um unser Web-Angebot optimal zu präsentieren und zu verbessern, verwendet das ZDF Cookies. Durch die weitere Nutzung des Web-Angebots stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Gemerkt! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert! Abo beendet