Schlaflos durchs erste Jahr

Das Abenteuer, Eltern zu werden

Dokumentation | 37 Grad - Schlaflos durchs erste Jahr

Eltern zu werden ist wohl das schönste, aber auch anstrengendste Erlebnis für ein Paar - eine Bewährungsprobe für die Beziehung. 37 Grad begleitet zwei Paare durch ein sehr persönliches erstes Jahr.

Beitragslänge:
43 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 04.04.2017, 00:00

Das erste Jahr mit Kind krempelt das Leben komplett um. Eltern zu werden ist wunderschön, jedoch oft eine Bewährungsprobe für Alltag und Beziehung. Ungeahnte Herausforderungen, Konflikte, wo man sie nicht vermutete, Schlafentzug - Freude und Frust liegen eng beieinander. 37 Grad begleitet zwei Paare durch ihr sehr persönliches erstes Jahr mit Baby.

Rund 670.000 Kinder haben im vergangenen Jahr Frauen und Männer in Mütter und Väter verwandelt. Vier davon sind Anne und Philipp sowie Isabell und Andreas. Brust oder Brei, kurze schlaflose Nächte, die Tage sind nicht mehr kalkulierbar, statt Fitnesscenter geht's zur Baby-Gruppe, das schicke Cabrio wird gegen den Kombi ausgetauscht, die Erotik bleibt oft auf der Strecke. Sind das alles nur Klischees? Wir haben die beiden Paare schon vor zwei Jahren während Schwangerschaft und Geburt begleitet in 37 Grad "Hilfe, ich bekomme ein Baby!". Nun zeigt die Langzeit-Dokumentation, wie die Entwicklung der Familien weitergeht.

Ganz viel Glück, aber auch Frust

Anne und Philipp feiern Noahs ersten Geburtstag.
Anne und Phillip feiern Noahs ersten Geburtstag. Quelle: ZDF/Iris Bettray

Ein Jahr voller Glück, aber auch mit Krisen und Konflikten liegt hinter ihnen. "Ich glaube, ich bin inzwischen nur noch Mama. Das Wichtigste auf der Welt ist, dass es Noah gut geht." Anne ist 32, Lehrerin und jetzt in Elternzeit. Baby Noah entwickelt sich prächtig, doch Anne ist blass und dünn geworden. Tagsüber ist die junge Mutter mit dem quirligen Kleinkind viel allein. Vater Philipp ist beruflich eingespannt, arbeitet nach dem Studium an seiner Karriere als Controller. Ganz viel Freude, aber auch Frust prägen den Alltag als junge Familie. "Für den Partner ist es schwierig, weil man dann irgendwann so gestresst wird. Philipp steht dann da mit weinender Frau und weinendem Baby, schon anstrengend für beide", sagt Anne. "Ich glaube, Philipp ist manchmal sauer, dass Noah so Mama-fixiert ist."

Philipp räumt ein, dass er eifersüchtig auf seinen Sohn ist. Außerdem hat er vor der Hochzeit eine schicke Dachgeschosswohnung ausgebaut. Jetzt muss Philipp erkennen, dass die familienuntauglich ist, das heißt, Umzug in eine neue, praktische Wohnung. Noch trauriger ist für den jungen Vater der Verlust seiner eigenen Mutter. Sie stirbt unerwartet im Verlauf des Jahres vor dem ersten Geburtstag seines Sohnes. "Anne und Noah fangen mich jetzt schon auf. Wäre ich jetzt allein, das wäre auf jeden Fall noch schlimmer." Zentral im ersten Jahr ist zudem die Frage, was nach der Elternzeit passiert. Anne will nicht mehr in den alten Job in einer Abendschule zurück, Philipp meint, dass sie das zweite Einkommen brauchen. Trotz aller "Baby-Konflikte" resümiert Philipp am ersten Geburtstag des Sohnes. "Papa zu sein ist geil."

Alles dreht sich um die Zwillinge

Isabell und Andreas
Glücklich, aber müde: Isabell und Andreas Quelle: ZDF

Isabell und Andreas sind erst spät Eltern geworden, mit 38 und 42 Jahren, aber ihr sehnlichster Wunsch ist damit in Erfüllung gegangen. 19 Jahre lang waren sie ein eingespieltes Paar, doch mit der Geburt der Zwillinge sind starke Nerven gefragt. Die Kinder sind Frühchen. Die Freude, aber auch die Sorgen um ihre Gesundheit und Entwicklung prägen das erste Jahr doppelt. Die beiden zu früh geborenen Mädchen zeigen Entwicklungsverzögerungen auf, die ohnehin dicht organisierten Tage werden mit Krankengymnastik und Zwillinge-Kursen noch voller. Durchgeschlafen haben die beiden Finanzbeamten seit Monaten nicht mehr, denn bei den Zwillingen ist immer eines der Babys wach. Mit einem Mal gibt es Streit, wo es früher Kompromisse gab. "Bei der letzten Fütterung abends haben wir uns tief in die Augen geblickt und uns für alles entschuldigt, was wir die nächsten acht Stunden zueinander sagen werden", erzählt Andreas.

Zwillinge Magdalena und Josefine waren Frühchen. Nun feiern sie ihren ersten Geburtstag.
Doppeltes Glück: Magdalena und Josefine Quelle: ZDF/Iris Bettray

Dazu kommt der mütterliche Stress, weil Isabell Vergleiche zieht. "Andere Kinder können sitzen, die können schon krabbeln und sind vielleicht noch einen Monat jünger", sagt Isabell und weint. Seit sie Mutter geworden ist, fließen die Tränen öfter, weil sie alles emotionaler betrachtet. Fern von den Gefühlen sind es aber auch die Alltagsdinge, die dem Paar zu schaffen machen. Das teure Auto muss noch abbezahlt werden, ist aber als Familienkutsche ungeeignet - genauso wie das Wasserbett, in dem die Zwillinge wegen der Wärme nicht schlafen dürfen. Am Tag der Taufe gibt es Themen, die vorher die Beziehung niemals belastet hätten, weil Isabell alles perfekt vorbereiten, dekorieren und planen will. Eines wird deutlich: Das Leben wird stressiger, aber hergeben würden sie die Kinder nie wieder. "Man weiß gar nicht, was man vorher den ganzen Tag gemacht hat. Hat man wirklich nur auf der Couch gesessen, und wenn ja, was tat man da?", fragt sich Andreas.

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