Unser täglich Tier

Mehr. Schneller. Billiger.

Dokumentation | 37 Grad - Unser täglich Tier

Eine moderne Fleischfabrik schlachtet bis zu 22.000 Schweine oder 240.000 Hähnchen am Tag. 37 Grad blickte im Jahr 2014 hinter die Kulissen Fleischfabriken und gibt Einblicke in die Tierproduktion.

Beitragslänge:
44 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 25.04.2017, 23:45
Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2014
Altersbeschränkung:
Freigegeben ab 6 Jahren

Heute laufen in einer einzigen Brüterei am Tag 300.000 Küken vom Band. Alles vollautomatisch. Maschinen brüten die Eier aus, Fließbänder transportieren die Küken, sortieren sie in Versandkisten. Es sind Hähnchen des Typs "Fleischansatz". In nur gut vier Wochen liegen sie bereits auf einem Teller. Die meisten jedenfalls, denn bis zu 20 Millionen Tiere pro Jahr überleben die kurze Mastzeit nicht.

Mehr als 600 Millionen Hähnchen wurden 2013 in Deutschland verarbeitet. Geflügel liegt voll im Trend. Der Hähnchenkonsum hat sich von 2001 bis 2010 verdoppelt. Längst sind diese Tiere schon genetisch auf schnelles Wachstum "programmiert". Vor allem die Brust wächst überdimensional, denn sie ist besonders gefragt. Tiere werden heute den Essgewohnheiten angepasst. Immer mehr werden immer schneller produziert, nur deshalb ist ihr Fleisch so billig.

Immer mehr, schneller, billiger

Vergleich am 18.Tag
Im Vergleich: ein "normales" und ein auf Wachstum gezüchtetes Hähnchen

Megabetriebe für die Produktion von Hähnchen- und Putenbrust oder auch Schnitzel sind entstanden. Eine moderne Fleischfabrik schlachtet heute 22.000 Schweine oder 240.000 Hähnchen am Tag. Der Mensch kommt kaum mehr mit diesen Tieren in Berührung. Schon gar nicht der, der sie letztendlich isst. Oft wissen wir gar nicht, wo unser Essen überhaupt herkommt. Ob Hähnchen, Puten oder Schweine - Tiere scheinen eine anonyme Masse zu sein, die irgendwo lebt und irgendwie auf unseren Teller kommt.

37 Grad durfte hinter die Kulissen schauen und zeigt ungewöhnliche Einblicke in die oft verschlossene Welt der Tierproduktion. Autor Manfred Karremann begegnet dabei Dimensionen der Massenproduktion, die noch vor einigen Jahren Utopie waren. Dabei überrascht, dass sich im Tierschutz trotzdem manches verbessert hat. Nur eine Frage bleibt angesichts der Massenproduktion: Wie viel ist ein Tierleben wert? Thema des Films sind deshalb auch Alternativen. Denn die gibt es. Sie sind besser für die Tiere, aber auch gesünder für uns Menschen.

    Ein Film von Manfred Karremann
    Zusammenarbeit: Thomas Jakob, Marina Karremann, Johannes Laidler
    Kamera: Johannes Laidler, Manfred Karremann, Chat Panangala
    Schnitt: Thomas Jakob
    Compositing: Ruben Kempter
    Produktion: Marlies Schwab
    Redaktion: Reinold Hartmann
    Online-Redaktion: Uschi Hansen

Datum:

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