Am Puls Deutschlands

Jochen Breyer unterwegs vor der Wahl

Doku | Am Puls Deutschlands - Am Puls Deutschlands

Wenige Wochen vor der Bundestagswahl fühlt ZDF-Reporter Jochen Breyer dem Land den Puls: Was wünschen sich die Menschen von der Politik, kurz: Was stört sie an Deutschland?

Beitragslänge:
43 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 10.08.2018, 14:00
Produktionsland und -jahr:
Deutschland , Belgien 2017

Die Reaktion auf den Aufruf des ZDF war enorm: Tausende Tweets, Kommentare, Mails zu Themen wie soziale Gerechtigkeit, Pflege, Flüchtlinge. Viele Menschen schreiben, dass sie sich ungehört fühlen, den Eindruck haben, die Politik interessiere sich nicht für sie.

Deutschland im Sommer 2017 ist ein Land im Widerspruch: Während die Wirtschaft seit Jahren wächst, so viele Menschen wie noch nie Arbeit haben und die Löhne steigen, wächst gleichzeitig das Gefühl, dass die Gesellschaft auseinanderdriftet: Menschen, die sich abgehängt, unverstanden fühlen „von denen da oben“. So wie die junge Familie Präckel aus Wiesbaden: Zwei Kinder, ein Vollzeit- und ein Teilzeitjob. Und trotzdem finden sie keine größere, bezahlbare Wohnung. „Deutschland sagt immer, ‚wir brauchen Kinder‘. Und wenn wir sie ihnen dann schenken, kriegen wir nur Steine in den Weg gelegt“, bilanziert Mutter Daniela Präckel.

Oder aber Pfleger Ronny aus Brandenburg: Mit etwa 1600 Euro netto hat er seinen „Lebensstil an den Verdienst angepasst“, macht „Urlaub auf Balkonien statt auf den Seychellen“. Die Pflege ist sein Lebensthema: Vor der Wahl würde die Politik „wieder das Thema Pflege aufgreifen, versprechen, dass etwas geschehe. Aber nee – macht Ihr nicht. Ihr labert nur“.

In seiner Dokumentation analysiert ZDF-Moderator Jochen Breyer aber auch und ordnet ein. Das Gefühl des Abgehängt-Seins ist neu in diesem Wahlsommer, bestätigt ihm Soziologe Oliver Nachtwey: Früher sei es für alle Menschen, reich wie arm, wie in einem Fahrstuhl gemeinsam aufwärts gegangen. Inzwischen aber stünden viele Deutschen eher auf einer Rolltreppe: „Das Grundgefühl ist, ständig gegen die Rolltreppe anlaufen zu müssen, ständig unter Druck zu sein.“ Viele Menschen, die sich auf den Aufruf im ZDF gemeldet hatten, beschrieben genau diesen Eindruck. Bei den Begegnungen mit Menschen, die Jochen Breyer besuchte, brachten alle zum Ausdruck, dass ihnen Wertschätzung fehle heutzutage. Jochen Breyer nimmt aus der Arbeit an der Dokumentation mit, dass sich viele Bürger noch nicht gänzlich von der Politik abgewendet haben. Dass sie aber erwarten, ernst genommen zu werden, dass ihre Stimme gehört wird.

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