Deus lo volt!

Kleine Chronik der großen Kreuzzüge

Zu Beginn des 10. Jahrhunderts hatten die Muslime neben der Arabischen Halbinsel Syrien, Irak, Iran, ganz Nordafrika, die Iberische Halbinsel sowie fast den gesamten Mittelmeerraum unter ihrer Kontrolle. Nach der Eroberung Jerusalems durch türkische Seldschuken im Jahre 1071 bat der byzantinische Kaiser Alexios I. Komnenos Rom um militärische Unterstützung gegen die muslimischen Feinde. Die Kreuzzugsbewegung nahm ihren Anfang.


Erster Kreuzzug 1096 bis 1099


27. November 1095: Papst Urban II. ruft beim Konzil in Clermont zum Kreuzzug gegen die Muslime auf

1096: Der "Kreuzzug der Armen" wird in Kleinasien von den Türken vernichtend geschlagen

1. Juli 1097: Erster entscheidender Sieg der zweiten Kreuzfahrer-Welle gegen türkische Seldschuken bei Doryläum in Kleinasien

Frühjahr 1098: Eroberung Edessas durch Balduin von Boulogne, Errichtung des ersten Kreuzfahrerstaates

3. Juni 1098: Eroberung Antiochias durch Bohemund von Tarent

15. Juli 1099: Eroberung und Massaker von Jerusalem, etwa 60.000 Menschen finden den Tod durch die Kreuzritter; bis 1124 weitere Eroberungen und Etablierung der vier Kreuzfahrerherrschaften Jerusalem, Antiochia, Edessa und Tripolis


Zweiter Kreuzzug 1147 bis 1149




24. Dezember 1144: Rückeroberung des ältesten Kreuzfahrerstaates Edessa durch Fürst von Mosul Zengi

1. Dezember 1145: Papst Eugen III. verfasst die Bulle "Quantam praedecessores" zur Verteidigung und Ausbreitung des Christentums in der "barbarischen Welt"

31. März 1146: Bernhard von Clairveaux gewinnt durch seine flammende Rede von Vézelay den französischen König Ludwig VII. und den deutschen König Konrad III. für den Kreuzzug; nachdem Edessa, das ursprüngliche Ziel der Kreuzfahrer, bereits in Trümmern liegt, beschließt man den Angriff auf das lange mit den Christen verbündete Emirat Damaskus

24. Juli 1148: Beginn der Belagerung von Damaskus durch die Christen, die nach wenigen Tagen aufgehoben werden muss;
nach dem Debakel von Damaskus, das einen wichtigen Verbündeten verärgert und dem Ansehen der Kreuzzüge im lateinischen Westen geschadet hat, finden bis 1187 trotz mehrerer Aufrufe keine nennenswerten Züge ins Heilige Land statt


Dritter Kreuzzug 1189 bis 1192




4. Juni 1187: Vernichtung eines christlichen Heeres in der Schlacht von Hattin durch Sultan Saladin

2. Oktober 1187: Sultan Saladin nimmt Jerusalem ein

29. Oktober 1187: Papst Gregor VIII. ruft mit der Bulle "Audita tremendi" zum Kreuzzug auf; Kaiser Friedrich I. Barbarossa, Richard I. Löwenherz von England und Phillip II. Augustus von Frankreich folgen dem Ruf und bilden das größte Kreuzfahrerheer des Mittelalters

10. Juni 1190: Barbarossa ertrinkt vor Erreichen des Heiligen Landes im Fluss Saleph, sein Heer kehrt größtenteils in die Heimat zurück

12. Juli 1191: Die Heere von Richard Löwenherz und Phillips II. erobern Akkon;
das wichtigste Ziel, die Rückeroberung Jerusalems, wird nicht erreicht

7. September 1191: Richard Löwenherz besiegt Sultan Saladin bei Arsuf und schließt einen drei Jahre dauernden Waffenstillstand, der das Überleben der Kreuzfahrerstaaten und den Zugang nach Jerusalem für christliche Pilger erleichtert


Vierter Kreuzzug 1202 bis 1204




August 1198: Papst Innozenz III. ruft zum Kreuzzug mit dem Ziel der Wiedereroberung Jerusalems auf

1201: Vertrag des Papstes mit Venedig über die Anmietung von Schiffen für den Transport von zirka 30.000 geplanten Kreuzfahrern; 1202 finden sich jedoch nur zirka 10.000 Mann ein. Venedig pocht auf Einhaltung des Vertrages und erklärt sich bereit, die Schulden zu stunden, wenn die Kreuzfahrer die katholische Stadt Zara (Dalmatien) für Venedig erobern

November 1202: Eroberung Zaras durch die Kreuzfahrer

1203: Von finanziellen Problemen geplagt, lassen sich die Kreuzfahrer auf einen Handel mit dem exilierten byzantinischen Prinzen Alexios Angelos ein: Gelingt es den Kreuzfahrern, ihn wieder an die Macht zu bringen, erhalten sie finanzielle und militärische Unterstützung

Juli 1203: Sturz des Kaisers Alexios III. und Einsetzung des Prinzen Alexios Angelos

April 1204: Eroberung und Plünderung des byzantinischen Konstantinopel

16. Mai 1204: Balduin von Flandern wird der erste "lateinische" Kaiser von Konstantinopel


Fünfter Kreuzzug 1228 bis 1229




22. November 1220: Der deutsche Kaiser Friedrich II. nimmt die Königswürden in Rom entgegen und erneuert ein bereits früher geleistetes Kreuzzugsgelübde

August 1227: Das Heer von Friedrich II. bricht ohne Autorisierung durch den Papst in Richtung Heiliges Land auf, woraufhin Gregor IX. Friedrich exkommuniziert und mit einem Bann belegte

18. Februar 1229: Durch diplomatische Verhandlungen erlangt Friedrich die Herrschaft über Jerusalem, allerdings begrenzt auf einen Zeitraum von zehn Jahren


Sechster und Siebter Kreuzzug
1248 bis 1250 und 1270




23. August 1244: Eroberung Jerusalems durch chwarismische Söldner, Christen werden getötet, Kirchen zerstört und die christliche Herrschaft endgültig beendet

17. Oktober 1244: Schwere Niederlage des christlichen Heeres bei Forbie (Gaza)

1248: König Ludwig IX. setzt sich nach vierjähriger Vorbereitungszeit mit seinem Heer in Richtung Ägypten in Bewegung

Juni 1249: Ludwig nimmt die Stadt Damiette ein

April 1250: Der französische König gerät in ägyptische Gefangenschaft, kommt aber gegen ein Lösegeld frei; vor seiner Rückkehr im Jahre 1254 lässt er die Befestigungen von Akkon, Jaffa und Caesarea ausbauen

1270: Erneuter Kreuzzug Ludwigs IX., nachdem Akkon von den Muslimen immer stärker bedroht wird

25. August 1270: König Ludwig stirbt nach seiner Ankunft in Karthago an einer Epidemie, Ende seines Kreuzzuges

Nach dem Scheitern des letzten großen Kreuzzuges erstirbt allmählich die Begeisterung für die Kriege: Die Stützpunkte und Kreuzfahrerstaaten fallen nach und nach an die Muslime zurück. Mit Akkon fällt 1291 die letzte Kreuzfahrer-Hochburg.

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