"Die Deutschen - einmalig und wegweisend"

Über die Kooperation Schule und TV

Die Kooperation mit dem ZDF im Zusammenhang mit der zehnteiligen Reihe "Die Deutschen" ist in der gewählten Form für den Bildungsbereich einmalig und ohne Zweifel wegweisend. Sicher werden weitere Überlegungen erforderlich sein. Woher aber manche Kritiker an der Reihe die Selbstgewissheit nehmen, über die Eignung von Filmen im Unterricht urteilen zu können, ist ein Rätsel.

Dr. Peter Lautzas, Vorsitzender des Verbandes der Geschichtslehrer in Deutschland Quelle: ZDF

Der Verband der Geschichtslehrer Deutschlands (VGD) hat während der Produktion der szenischen Dokumentarreihe "Die Deutschen" - nach Sichtung der Drehbücher und einiger Rohschnitte - die Entscheidung für eine Kooperation gefällt, da sich schon in diesem Stadium abzeichnete, welches Potential in dem Projekt für die Verwendung im Unterricht steckt. Nämlich eine große Chance, jungen Menschen, die in einer multimedialen Welt heranwachsen, zeitgemäß Geschichte zu vermitteln, auf eine Weise, die wirklich bei ihnen ankommt und die den herkömmlichen Unterricht effektiv unterstützt.

Kritischer Zugang möglich

Für die Erstellung der Begleitmaterialien wurde im VGD eine Arbeitsgruppe gebildet, die sich jeder einzelnen Folge widmete. Jeder der Filme bündelt wesentliche geschichtliche Vorgänge, das Handeln historischer Figuren und Informationen zum Leben der Menschen in der jeweiligen Epoche auf hervorragender Weise.


Besonders hervorzuheben ist dabei die szenische Darstellung von Kernbereichen, die weit über den kognitiven, oft recht theoretischen Zugang mit Hilfe einer Fülle von - ausgezeichneten - Randeindrücken im Bild Vorstellung schafft und die Emotion des Zuschauers anspricht, Empathie ermöglicht. Man sollte sich dabei von der unter Pädagogen verbreiteten, manchmal etwas übertriebenen Furcht vor Überwältigung lösen, denn die emotionalen Elemente sind in der Intensität in einer Weise verwendet, dass sie ansprechen, fesseln, aber den kritischen Zugang nicht verwehren.

Für alle Bildungsgrade einsetzbar

Uns ging es keineswegs darum, die Filme nur zu begleiten, sondern die Unterrichts-Materialien so zu verfassen, dass sie lehrplanbezogen und -konform sowie unterrichtsmethodisch in verschiedenen Altersstufen und für unterschiedliche Bildungsgrade angemessen einsetzbar sind. Geht es in den jüngeren Schulklassen vor allem darum, überhaupt eine Vorstellung von geschichtlicher Genese und von Epochen zu vermitteln, sind die Filme bei älteren Schülern, etwa in der gymnasialen Oberstufe, nicht nur eine gute Grundlage für die Diskussion über Geschichte, sondern auch über Geschichtsbilder.

Die didaktische Konzentration auf handelnde Personen, meist in kontroverser Anordnung, ist dabei ein sinnvoller Zugang nicht nur für Jugendliche wird im Unterricht ein zusätzliches Thema der Auseinandersetzung mit den Filmen sein.

Kritiker oft naiv

Kritiken, die von der Illusion geprägt sind, lediglich ein Film konstruiere Geschichtsverständnis, sind naiv. Ein Film zu historischen Sujets ist nicht mehr und nicht weniger Konstrukt wie andere Formen der Geschichtsvermittlung auch. Das trifft auf das Museum wie übrigens ebenso auf die Vermittlung durch den Lehrer zu.

Insofern laden die zehn Filme der Reihe "Die Deutschen" zu einer Auseinandersetzung nicht nur über Inhalte, sondern auch über Quellen, Quellenkritik und ebenso Medienkritik ein. Dabei zeigt sich dann deutlich, welche besonderen Chancen eine solche Reihe für die Vermittlung von Geschichte bietet, aber es werden auch die Grenzen deutlich, zu denen sich die Macher der Reihe aber auch die Pädagogen, die damit im Unterricht arbeiten, getrost bekennen können.

Zeitgemäße Vermittlung von Geschichte

Rückmeldungen kann ich bestätigen, dass die ZDF-Serie von Lehrer- und Schülerseite intensiv verfolgt wird und auf viel Zustimmung gestoßen ist. Das zeigt sich auch daran, dass die Unterrichtsmaterialien bislang mehr als 28.000 Mal abgerufen wurden. Insgesamt kann man klar sagen, dass damit ein neuer, erfolgversprechender Weg der Zusammenarbeit zwischen Schule und öffentlich-rechtlichem Fernsehen beschritten wird, der für die zeitgemäße Vermittlung von Geschichte von großem Nutzen sein kann.

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