Die ursprünglichen Schwaben

Schwäbisch-alemannische Anfänge

Heute werden als Schwaben in der Regel die Menschen aus dem württembergischen Raum bezeichnet - in strenger Abgrenzung zu den Badenern jenseits des Schwarzwaldes. Diese ausgeprägten Animositäten sind allerdings noch relativ jung. Ursprünglich waren alle Bewohner des "deutschen" Südwestens Schwaben.

Die Verbreitung der deutschen Stämme zur Zeit Otto des Großen Quelle: ,ZDF

Die Schwaben siedeln ab dem dritten Jahrhundert im Bereich des heutigen Südwest-Deutschlands. Häufig werden sie mit den Alamannen gleichgesetzt - zumindest aber als eine Untergruppe dieses Stammes bezeichnet. Die Gleichsetzung zeigt sich auch darin, dass Deutsche von Franzosen immer noch "Alemannen" genannt werden und von Deutsch-Schweizern und Elsässern "Schwaben". Sprachlich leitet sich ihr Name von dem germanischen Stamm der Sueben ab, deren genaue Herkunft nicht nachgewiesen werden kann. Vermutungen hinsichtlich eines Gebiets östlich der Elbe oder "jenseits des Meeres" können nicht belegt werden.

Aus Alamannien wird Schwaben

Die Alamannen, später Alemannen genannt, finden erstmals schriftliche Erwähnung im frühen dritten Jahrhundert. Der große Alamannenüberfall in den Jahren 259/260 beendet schließlich sogar die römische Vorherrschaft zwischen Donau und Rhein. Ihr Siedlungsgebiet endet ursprünglich nördlich am Main. Doch der Vormarsch der Franken und Chlodwigs Sieg über die Schwaben drängt sie weiter nach Süden und verringert ihre politische Bedeutung; sie geraten in Abhängigkeit der Franken.

Nach Aufständen einiger Adliger wird das Herzogtum Alamannien im achten Jahrhundert aufgelöst und ersteht erst im frühen zehnten Jahrhundert wieder als Herzogtum Schwaben - allerdings deutlich verkleinert. Eine genaue Festlegung des Herrschaftsgebietes oder von "Staats"-Grenzen ist für diese Epoche nicht möglich. Ungefähr lässt sich die Lage des Herzogtums insoweit bestimmen, dass im Osten der Lech die Grenze zu Baiern bildet, im Norden auf der Höhe von Stuttgart das Gebiet der Franken beginnt, im Westen das heutige Elsass zu Schwaben gehört ebenso wie die heutige Ost-Schweiz bis an die italienische Grenze.

Strategische Lage

Auch das Gründungsjahr des Herzogtums ist nicht genau festzulegen. Offiziell entsteht es im Jahr 911, andere Quellen sprechen von 915, dem Jahr, in dem der erste Herzog sein Amt übernimmt. Die vier Jahre dazwischen sind geprägt von blutigen Auseinandersetzungen verschiedener Adelsfamilien um den Posten des Herzogs.

Zwar ist das Gebiet nicht allzu groß, doch seine Lage verleiht ihm strategische Bedeutung: Sein Herrscher kontrolliert die machtpolitisch wichtigen Alpenpässe nach und von Italien und damit auch zum Papst. Ein Standort, den auch der erste deutsche Kaiser Otto I. zu schätzen weiß. Folglich setzt er 950 seinen Sohn Liudolf als Herzog ein, was dieser ihm allerdings nicht dankt. Liudolf rebelliert gegen seinen Vater, verliert jedoch die Auseinandersetzung sowie sein Herzogtum Schwaben.

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