Kaiser Ferdinand II.

Der fromme Herrscher kämpfte gegen die Reformation

"Besser eine Wüste regieren als ein Land voller Ketzer," soll Kaiser Ferdinand II. (1619-1635) gesagt haben. Dieser Wunsch ging auf tragische Weise in Erfüllung. Die rücksichtslose Härte im Vorgehen gegen den "falschen Glauben" führte das Reich in den bis dahin brutalsten Krieg auf deutschem Boden. Bis heute ist Ferdinand eine umstrittene Persönlichkeit. Die Einen sehen in ihm einen frommen Mann, mit klaren Prinzipien, andere einen schwachen Kaiser, der sich von Beichtvätern leiten ließ.

Kaiser Ferdinand II. Quelle: keystone

Ferdinand stammte aus einer Nebenlinie der Habsburger, sein Vater war Erzherzog von Innerösterreich. Zur Ausbildung schickte ihn seine katholische Mutter auf ein Jesuitenkloster in Ingolstadt. Ab 1595 durfte er selbst regieren. Schon als Herrscher über Innerösterreich zeigte sich Ferdinand als knallharter Verfechter der Gegenreformation.

Königswahl im ersten Kriegsjahr

Im Jahr 1617 wurde Ferdinand König von Böhmen, 1618 erhielt er die Krone Ungarns. Doch von Anfang an war seine Herrschaft bedroht. Als erste wagten die überwiegend protestantischen Landstände in Böhmen den Aufstand. Am 28. August desselben Jahres, nur wenige Monate nach dem Prager Fenstersturz, wählten die Kurfürsten Ferdinand in Frankfurt zum römisch-deutschen König, die Kaiserwürde folgte 1619. Der Herrscher, dessen Macht in Böhmen in Frage stand, fühlte sich gestärkt und wollte hart durchgreifen. Nur eine Armee fehlte ihm dazu noch, da bot ein mährischer Edelmann namens Albrecht von Wallenstein seine Hilfe an.

Der Generalissimus leistete ganze Arbeit und schlug nicht nur den Aufstand in Böhmen nieder, sondern eroberte halb Deutschland für den Katholizismus zurück. Schweden und Frankreich griffen ein, der Dreißigjährige Krieg war nicht nur ein Religionskonflikt: Das katholische Frankreich etwa wollte die Macht der katholischen Habsburger eindämmen.

Kompromiss zugunsten der Thronfolge

Mit seinem "Restitutionsedikt" veranlasste er 1629 die Rückgabe von 1552 säkularisierten Kirchengütern. Die Fürsten fürchteten ein starkes Kaisertum. Schon mit der Durchsetzung der Wahl seines Sohnes stieß Ferdinand dann wieder an die Grenzen seiner Macht.

Letztlich brauchte Ferdinand den Kompromiss mit den Reichsfürsten, nur so konnte er seinem Sohn auf den Kaiserthron verhelfen. Schon 1632 hatte der spätere Ferdinand III. das Kommando über die Truppen seines Vaters übernommen. Als der Kaiser 1637 starb, wurde Ferdinand III. der Nachfolger. Das Land, das er übernahm, glich immer mehr einer Wüste: Noch elf weitere Jahre wurde es von Hunger und Krieg erschüttert

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