Otto I., der Große

König der Ostfranken und römischer Kaiser

Mit dem Namen des tatkräftigen und rastlosen Herrschers ist immer die Abwehr der Ungarn verbunden, die seit Ende des 9. Jahrhunderts den Südosten des Reiches verwüsteten. 955 schlug Otto sie mithilfe einiger Reichsfürsten vernichtend auf dem Lechfeld bei Augsburg.

König Heinrich I. hatte seinen Sohn als Nachfolger ausersehen, Ottos Königswahl ging 936 in Aachen reibungslos vonstatten. Otto machte sich daran, die von seinem Vater geschaffene Ordnung auszubauen. Energisch und schnell zog er erledigte Reichslehen wie die Herzogtümer Franken, Lothringen und Bayern ein und verteilte sie an seine engsten Verwandten. Diese verhielten sich jedoch vielfach illoyal - einzig sein jüngster Bruder Brun war als Erzbischof von Köln eine große Stütze.

Das "ottonische System"

Bild von Ottos Vater, Friedrich I. mit dessen Frau Quelle: ZDF

Otto verzichtete daher auf die Politik der verwandtschaftlichen Bande und setzte stattdessen auf Bischöfe und kleinere Reichsfürsten, die er mit Privilegien ausstattete und so an die Krone band. Dieses System sollte für Jahrhunderte Bestand haben, führte letztendlich aber auch zum Investiturstreit. Es entstand die Reichskirche, als deren Oberhaupt der Herrscher, nach Ottos Worten, "Werkzeug Christi bei der Heiligung der Welt" sein sollte.

Nachdem Otto die Ungarn und die Slawen im Osten mehrfach zurückgeschlagen hatte, gründete er 968 die ostdeutschen Bistümer mit Magdeburg als Zentrum der Slawenmission. Seit 951 unternahm er mehrere Italienzüge, im gleichen Jahr heiratete er Adelheid von Burgund, was ihm die Krone der Langobarden einbrachte. 962 ließ er sich in Rom zum Kaiser krönen. Den damals machtlosen Papst stellte er unter seinen persönlichen Schutz. Dies war der Beginn der Vorherrschaft der Kaiser über die Päpste.

Otto I. als Wandmalerei in der Krypta der Stiftskirche von Quedlinburg Quelle: ZDF

Ottos schlauer Schachzug

Ottos größter persönlicher Triumph war die Anerkennung seines Kaisertums durch Byzanz, die erfolgte, nachdem sein Sohn und Mitregent Otto II. und die byzantinische Prinzessin Theophano im Jahre 972 geheiratet hatten.

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