Viele deutsche Wege

Zeitreise durch die deutsche Geschichte

Helle und dunkle Epochen prägten die Vergangenheit der Deutschen, Zeiten von Barbarei und kultureller Blüte, von erbitterten Konflikten wie glanzvollen Momenten friedlichen Zusammenlebens - inmitten eines Kontinents, der die Geschicke der Welt immer wieder entscheidend bestimmte.

Alpen Quelle: ZDF
Klappe Soldat Quelle: ZDF

Bei der Betrachtung der deutschen Vergangenheit wird klar, dass die deutsche Frage stets ein Spiegelbild der europäischen Geschichte war und dass die Gestaltung Deutschlands den Nachbarn nie gleichgültig sein konnte. Wer oder was war überhaupt "deutsch"? Werden "die Deutschen" sich einig oder nicht? Wer oder was bringt sie zusammen? Was verbindet sie, was trennt sie? Wer trug dazu bei, dass Deutschland in der Mitte Europas Konturen gewann? Wer oder was stand dem entgegen? Einige Schlussfolgerungen legt der Gang durch Tausend Jahre deutscher Geschichte nahe:





-  "Deutschland" bedeutete vor allem Einheit und Vielfalt. Der Föderalismus steht im "Stammbuch" der Deutschen wie die Buntheit europäischer Kultur.
- Die Regionen boten immer wieder Ankerpunkte gemeinsamer Identität.
- die "deutsche Nation" als Ausdruck von Kultur und Sprache spiegelte auch jenseits staatlicher Existenz Gemeinsamkeiten.
- Die politische Nation ist eine späte "Erfindung", der Nationalstaat Bismarck'scher Prägung war keineswegs die zwangsläufige Form.
- "Einheit" ohne "Freiheit", dieser Weg führte die Deutschen an historische Abgründe.
- Wo der Begriff "Volk" nicht von freier Bestimmung, sondern von Herkunft, Eigenart, Abstammung geprägt war, kam es zu Abgrenzung und Ausgrenzung.
- Deutschland war stets ein Land vieler Gegensätze und auf innere Toleranz angewiesen.
- Immer wieder stellte sich der Gegensatz "äußere Einigung - innere Einigung" als Herausforderung dar.
- Die deutsche Geschichte ist geprägt durch die Mittellage. Deutschland kann nur mit, aber nicht gegen Europa existieren.


Es sind Wahrnehmungen, die sich im Laufe von zehn Epochen verdichteten, die sich in den historischen Kapiteln der Filme spiegeln.

Set Napoleon Quelle: ZDF

Zeitreise zur besten Sendezeit

Zur besten Sendezeit, auf zwei prominenten Dokumentationsplätzen, lädt das ZDF zu einer spannenden Zeitreise durch die Jahrhunderte ein. Zwei Programmbereiche - Kultur und Zeitgeschichte - haben ihre dokumentarische Erfahrung für die gemeinsame Reihe eingebracht und in Zusammenarbeit mit dem Kölner Produzenten "Gruppe 5" ein eigenes Format entwickelt. Wir haben viele Zuschauer befragt, was sie zu verschiedenen Epochen der deutschen Geschichte wissen - auch, was sie wissen wollen und welche Form der Darstellung sie favorisieren. Gleichzeitig ging es darum, wissenschaftlichen Ansprüchen zu genügen und den aktuellen Forschungsstand abzubilden.

Lothar Gall Quelle: ZDF

So haben insgesamt mehr als 25 Historiker an der Reihe mitgewirkt. Sie kommen in den Sendungen zu Wort, legen ihre eigenen Schlussfolgerungen und jüngsten Erkenntnisse dar. Begleitend zum Programm erhalten die Historiker im begleitenden Online-Angebot eine eigene Plattform. In Hunderten prägnanten Interview-Aussagen geben sie Antworten auf Schlüsselfragen deutscher Geschichte. Zum ersten Mal wird ein riesiger Fundus historischen Wissens in dieser Form präsentiert, abrufbar für alle Internet-Nutzer.

Unterrichtsmaterial zur Reihe

In Zusammenarbeit mit dem Verband der Geschichtslehrer Deutschlands (VGD) wurde Unterrichtsmaterial zur Reihe entwickelt. Auch dies ist eine Premiere. Um Jugendliche für die Themen der Vergangenheit zu interessieren, rufen das ZDF und der VGD überdies dazu auf, nach unbekannten Erinnerungsorten in der jeweiligen Umgebung zu suchen. Besonders interessante Funde werden in ZDF-Online oder Sendungen mit regionalem Bezug gezeigt

Ein an Rückblicken reiches Jahr 2009 steht bevor: 90 Jahre Weimarer Verfassung, 60 Jahre Bundesrepublik Deutschland, 20 Jahre Mauerfall. Diese Ereignisse stehen in ganz unterschiedlicher Beziehung zu einem epochalen Wendepunkt, den die Deutschen vor 160 Jahren erlebten. Die Revolution von 1848. Es ging um die Einheit und die Freiheit der Nation.

Vergessener Held: Robert Blum

Barrikaden 1848 Quelle: ZDF

Dem Datum ist eine Folge der Reihe "Die Deutschen" gewidmet: "Robert Blum und die Revolution". Der Film spiegelt das dramatische Ringen um eine freiheitliche Verfassung und die Vereinigung der Nation. Was seine Bekanntheit heute anlangt, erscheint der Revolutionär Blum eher wie ein Mauerblümchen in der Gesellschaft großer Namen wie "Bismarck", "Napoleon", "Maria Theresia" oder "Otto der Große". Doch verdient wohl allein er den Titel eines "Helden".

Soldat mit dem 2ten Quelle: ZDF

Der Demokrat Robert Blum verkörpert in seiner Person, in seinem Wirken die Werte, die Fundamente, die unsere Demokratie heute tragen - und doch geriet er fast in Vergessenheit. Was er seinerzeit verfocht, als Außenseiter, ist heute für uns Selbstverständlichkeit, die freiheitlich-demokratische Verfassung in einem geeinten Land. Robert Blum wurde an einem für die deutsche Geschichte denkwürdigem Datum hingerichtet, am 9. November 1848. Daran soll diese Reihe erinnern, ihm soll sie gewidmet sein.

Viele deutsche Wege, Teil 1

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