Völkerschlacht bei Leipzig

Bis zum Ersten Weltkrieg die größte Schlacht der Weltgeschichte

Am 12. August 1813 hatte Österreich Frankreich den Krieg erklärt. Zusammen mit seinen Verbündeten Russland, Preußen und Schweden konnten die Alliierten über 500.000 Soldaten aufbringen, die man in drei Armeen aufteilte.

Preußische und russische Truppen waren in allen drei Armeen vorhanden, um Schweden und Österreicher anzutreiben und gleichzeitig zu kontrollieren.

Verteilung der Kräfte

Die Böhmische Armee, geführt von Schwarzenberg, umfasste 127.000 Österreicher, 82.000 Russen und 45.000 Preußen. Sie sollte auf Dresden zumarschieren. Die zweite Armee wurde angeführt von dem Schweden Bernadotte. Er führte 73.000 Preußen, 29.000 Russen und 23.000 Schweden gegen Napoleon, sollte Berlin decken und auf Wittenberg zumarschieren. Der preußische Heißsporn Blücher befehligte die Schlesische Armee mit 66.000 Russen und 38.000 Preußen. Ihre Aufgabe war es, zu derjenigen Armee hin abzuschwenken, der sich Napoleon widmen würde.

Die Strategie der Koalition war es, den Kampf mit Napoleon zu vermeiden, seine Verbindungslinien zu bedrohen und den Kampf mit dessen Armeeführern aufzunehmen. Die Strategie entsprach der Tradition des 18. Jahrhunderts und lief darauf hinaus, den Gegner im kleinen zu erschöpfen. Die Strategie ging auf. Die französische Armee schmolz im Laufe der Kriegshandlungen bis Oktober 1813 immer weiter zusammen. Schließlich begann man, von dieser Strategie wieder Abstand zu nehmen und versammelte bei Leipzig bis zum 16. Oktober größere Truppen. Napoleon, verärgert von dem ewigen Hin und Her, suchte ebenfalls eine Entscheidungsschlacht und versammelte 160.000 Mann bei Leipzig, die einer Übermacht von 320.000 Österreichern, Preußen, Russen und Schweden gegenüberstand.

Gemälde Völkerschlacht bei Leipzig Quelle: ZDF

Die Schlacht beginnt

Am 16. Oktober, morgens um 8.00 Uhr begann die Schlacht mit einer fast fünfstündigen Kanonade der Koalition. Die Schlacht wurde im Süden der Stadt eröffnet. Schwarzenberg griff an, wurde aber zurückgeworfen und musste seine Reserven ins Feld führen. Auch ein Flankenangriff der Koalition auf Connewitz blieb stecken. Napoleon konnte die günstige Situation jedoch nicht ausnutzen, weil er noch auf die von der Nordfront heranbefohlenen Truppenverstärkungen wartete, deren Abzug aber durch den unerwarteten Angriff der schlesischen Armee verhindert wurde.

Der allgemeine Angriff Napoleons gegen 14 Uhr blieb denn auch prompt stecken, weil nicht genügend Truppen zur Verfügung standen. Die verbündeten Truppen verhinderten zusammen mit ihren Reserven den Durchbruch ihrer Frontlinie. Der Tag endete mit einem Frontalkampf, der zu keinem entscheidenden Ergebnis führte bis auf einige Erfolge der Alliierten an der Nordfront. Wegen der Erschöpfung der Soldaten verzichteten beide Seiten am 17.10. auf einen Angriff. Napoleon zog seine verbliebenen Truppen näher an Leipzig heran und verkürzte seine Frontlinie. Außerdem sicherte er sich eine Rückzugstrasse nach Westen. Die Koalition bekam Verstärkung durch die eintreffende Reservearmee und die Nordarmee.

Angriff der sechs Kolonnen

Am 18. Oktober griffen die Verbündeten wiederum im Süden an. Der Angriff ging in sechs Kolonnen vor sich. Der Angriff der ersten Kolonne scheiterte fast, und zur

Napoleon bei der Völkerschlach vor Leipzig Quelle: ZDF

Unterstützung wurde die sechste Kolonne herangezogen, die damit ihre Stellung bei Lindenau aufgab und Napoleon einen Rückzugsweg freigab. Auch die zweite Kolonne konnte ihren Angriff nicht erfolgreich durchführen. Die dritte und vierte Kolonne eroberte Zuckelhausen, Holzhausen, Mölkau, Zweinaundorf, Schönfeld und Paunsdorf. Württembergische und bayrische Truppen liefen in diesem Abschnitt auf die Seite der Koalition über. Die fünfte Kolonne kam kaum weiter. Auch die zurückbefohlene sechste Kolonne konnte sich nicht gegen die französischen Truppen durchsetzen.

Trotzdem war die Situation für Napoleon nun hoffnungslos geworden. Die gegnerischen Truppen hatten seine Soldaten weit in die Stadt hineingeworfen, und Napoleon befahl den Rückzug. Er ließ aber eine Nachhut von 30.000 Mann zurück, damit die Hauptkräfte seiner Armee entkommen konnten, ohne einer harten Verfolgung ausgesetzt zu sein. Der Angriff der Alliierten auf diese Nachhut in Leipzig begann am 19. Oktober gegen 10 Uhr und dauerte drei Stunden bis die Stadt völlig eingenommen war.

Rückzug

In der Völkerschlacht verloren die verbündeten Truppen insgesamt 53.600 Mann an Gefallenen und Verwundeten, davon 22.600 russische, 16.000 preußische, 14.800 österreichische und 200 schwedische Soldaten. Die Verluste der napoleonischen Armee, betrugen etwa 73.000 Gefallene und Verwundete sowie über 35.000 Gefangene. Die Reste der großen Armee zogen sich über den Rhein zurück, wobei ungefähr 120.000 Soldaten in Festungen in ganz Deutschland zurückgelassen wurden.

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