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Die Könige und das Kind

Mit Nina Ruge in Bethlehem

Die Weisen aus dem Morgenland folgten einer Sternenkonstellation nach Bethlehem, um dem neugeborenen König der Juden zu huldigen. Umgeben von hohen Mauern ist Bethlehem 2000 Jahre später ein Ort geworden, zu dem Gläubige nur noch selten pilgern. Ein Hoffnungsstern sind Friedensstifter wie Abt Benedikt Lindemann oder Schwester Erika Nobs, die im Heiligen Land bleiben und sich für eine friedliche Zukunft einsetzen.

Das Heilige Land, das Westjordanland, spiegelt wie kein anderer Ort die Situation im Nahen Osten wider. Acht Meter hoch ist die Mauer, welche die Stadt umgibt, ein Schutzwall gegen Selbstmordattentäter. Umgeben von hohen Mauern erinnert Bethlehem an ein Gefängnis - mit offenem Himmel.

Touristen und auch Pilger kommen nur noch selten hierher, und ortsansässige Christen wandern mehr und mehr aus. Gerade an diesem Ort fragt man sich, was Gläubigen heilig ist. Und warum heilige Orte auch heute noch so wichtig sind. Denn es gibt auch heute "Gottsucher", die trotz der politischen Verhältnisse als Pilger nach Bethlehem kommen. Was treibt sie an, 2000 Jahre nach der Geburt Jesu diesen Ort zu besuchen?

Auf der Suche nach dem Heil

Nina Ruge spricht in der "Stadt Davids" mit dem Abt der Benediktiner vom Zionsberg in Jerusalem, Benedikt Lindemann. Es geht um die Faszination des Heiligen Landes für die Gläubigen. "Heilige Orte sind für uns alle wichtig", meint Abt Benedikt Lindemann: "Wir Menschen sind alle auf der Suche nach Heil, Geborgenheit, nach Heilung. Und deswegen suchen Menschen heilige Orte auf, um davon etwas zu spüren."

Frau und Kind in der Geburtskirche
Frau und Kind in der Geburtskirche

Deshalb pilgern auch heute Menschen - dem Terror zum Trotz - wie die Weisen aus dem Morgenland zu dem Ort, an dem heute die Geburtskirche steht. In einer Höhle direkt unter dem Altar soll Maria ihren Sohn auf die Welt gebracht haben. Von hier aus soll die Botschaft des Friedens, der Vergebung und der Hoffnung in die Welt gegangen sein.

"Prototypen" der suchenden Menschen

Mit ihren königlichen Gaben verneigten sich die "Weisen", "Magier" oder "Astrologen" - je nach Übersetzung - vor dem Göttlichen, dem König der Juden. Der Volksmund machte aus den "Weisen" Könige, da sie wertvolle Geschenkte bei sich trugen. Nina Ruge will wissen, was die Heiligen Drei Könige heute für uns bedeuten: "Alle Menschen suchen Heil, tragen eine Hoffnung in sich. Wir alle sind Suchende", antwortet Abt Benedikt Lindemann: "Und die Heiligen Drei Könige sind sozusagen die 'Prototypen' der suchenden Menschen." Wenn man die Menschen erlebt in der Geburtskirche, wie sie leise beten, oder auch laut singen, dann, findet der Abt, "spürt man auch Spiritualität" dieses heiligen Ortes.

In Bethlehem, wo drei Religionen auf engstem Raum aufeinandertreffen und wo Kriege im Namen des Glaubens geführt worden sind, hilft nur gegenseitiges Verständnis: "Wir müssen dahin kommen, dass wir einander respektieren", meint Lindemann und offenbart damit auch seine persönliche Motivation, die ihn ins Heilige Land gebracht hat: nämlich an einem solchen Ort Frieden stiften zu wollen.

Hoffnungsstern in schwierigen Zeiten

Schwester Erika Nobs mit Baby
Schwester Erika Nobs mit Baby


Genau wie Abt Benedikt Lindemann harren viele Menschen trotz der schwierigen politischen Situation aus. Das Caritas-Baby-Hospital in Bethlehem ist die einzige Spezialklinik für Kinder auf palästinensischem Gebiet und für viele Familien ein Hoffnungsstern im schwierigen Alltag. Dort arbeitet Schwester Erika Nobs.


Nina Ruge spricht mit der Ordensfrau über die Not der Kinder und ihrer Eltern in der Geburtsstadt Jesu. "Die einfache Tatsache, dass wir da sind, ist ein Zeichen der Hoffnung für die Menschen. Wir sind für sie da, behandeln sie mit Würde und Respekt. Und vor allem behandeln wir die Kinder", erklärt Schwester Erika Nobs.

"Gefängnis unter offenem Himmel"

Welche Motivation steckt hinter dem Engagement von Schwester Erika und vielen anderen "Helfern"? Schwester Erika sieht Bethlehem als ein "Gefängnis unter offenem Himmel. Ich denke, die Mauer hat nicht das letzte Wort. Als Christ darf ich die Hoffnung nie verlieren. Ich denke, dass er, der den Tod besiegt hat, das letzte Wort hat." Eine Hoffnung, die sie bestärkt in dem, was sie und viele andere tun: "Hoffnung geben mir auch die Menschen, die trotzdem weitermachen. Die sich um ein ehrliches Zusammensein bemühen."

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