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Feuerwehr und Osterlamm

Dem Vatikan durchs Schlüsselloch geschaut

Der Vatikan fasziniert die Menschen seit Jahrhunderten. Doch nur selten gelingt ein Blick hinter die dicken Mauern, die den kleinsten Staat der Welt umgeben. Das macht ihn umso geheimnisvoller und führt dazu, dass immer neue Legenden über Vorgänge im Innern des Vatikans entstehen.

Gärtner Bruno Pedditzi pflegt das päpstliche Blumenwappen
Gärtner Bruno Pedditzi pflegt das päpstliche Blumenwappen Quelle: ZDF/Christel Fomm

Am Rande der großen Zeremonien gelingt es bisweilen, einen Blick hinter die Kulissen zu erhaschen. Doch wie der Alltag im Vatikan aussieht, das konnte mit Fernsehkameras nicht eingefangen werden - bisher. Christel Fomm und Cristina Trebbi machen sich auf eine Entdeckungsreise durch den Vatikanstaat.

Sie blicken den Menschen über die Schultern, die dafür sorgen, dass die faszinierende Maschinerie Vatikan funktioniert. Sie stöbern in Werkstätten, sind bei einer Übung der vatikanischen Feuerwehr dabei und blicken in die Nähstube des Papstes.

Papamobil und Michelangelo Kuppel

Wir dürfen einen Blick auf den päpstlichen Fuhrpark werfen, begutachten das Papamobil, den Geländewagen, der eigentlich für das italienische Militär gemacht wurde und heute so bekannt ist wie der Papst selbst. "Wenn es regnet, machen wir eben den Schirm auf für den Heiligen Vater", erklärt Chauffeur Pietro Cicchetta: "Wenn die Gläubigen im Regen stehen, tut er es eben auch. Schließlich kommt auch der Regen vom Herrn."


Mit den Restauratoren klettern wir in die Kuppel des Petersdoms. In der berühmtesten Kuppel der Welt, dem Meisterwerk von Michelangelo, kleben Hunderttausende Mosaiksteinchen. Einige sind locker geworden - nach vier Jahrhunderten - und die gilt es festzukleben. Es gilt, verlorene Mosaiksteinchen in der richtigen Farbe in den riesigen Archivbeständen zu finden und dann wieder anzubringen. Das Ganze findet in 72 Metern über dem Altar statt - eine schwebende Baustelle.

Blumenpracht und Segenswünsche

Im Vatikan sind wir bei den Vorbereitungen auf die Osterfeierlichkeiten dabei. Tausende Rosen, Tulpen und Narzissen kommen aus den Niederlanden und verwandeln den Petersplatz in ein kleines Paradies auf Erden. Es ist eine Pracht, die die Menschen erfreut, die auf den Platz gekommen sind, um sich den päpstlichen Segen zu holen - umsonst.


Fünfzig Meter weiter, hinter den Kolonnaden, kann man den Segen auch kaufen: Der päpstliche Segen ist ein beliebtes Mitbringsel für frisch Verheiratete, unheilbar Kranke und fromme Pilger, es gibt ihn in unterschiedlichen Preiskategorien. Wir erfahren, dass das Modell "DV 1" für 30 Euro derzeit am besten läuft. Das Geld für die Andenken fließt in die Almosenstelle des Vatikan. Hier versuchen Erzbischof Rizzato und Don Diego das Elend der Welt zu lindern. Täglich bekommen sie unzählige Bittbriefe aus aller Welt.

Vatikan im Visier von...

Täglich sind es circa 20.000 Menschen, die den Petersdom besuchen. Danach durchsuchen die Hausmeister das Gotteshaus nach Gestrandeten im Treppenhaus, die den Aufstieg in die Kuppel unterschätzt hatten oder etwa Liebespaaren, die die Nacht in "weihevoller Umgebung" verbringen wollten oder ähnliches... Beides sind keine Einzelfälle.

Und immer wieder das Thema Sicherheit - beim Papst gilt grundsätzlich die Sicherheitsstufe eins. Während die Gläubigen Schlange für die Audienz am Petersplatz stehen, oft seit den frühen Morgenstunden, wird zwei Meter unter dem Pflaster das Labyrinth geheimer Gänge abgelaufen. Wöchentliche Kontrollen sind notwendig: Sind die alten Rohre noch dicht, die Leitungen sicher? Oder hat hier vielleicht jemand eine Bombe versteckt? Auch der Vatikan steht im Visier von Attentätern. Wurde nichts Verdächtiges gefunden, so kann die Audienz beginnen. Natürlich ist die vatikanische Gendarmerie per Funk mit den vielen zivilen Gendarmen verbunden, die sich unauffällig unters Volk gemischt haben.

Zum Staunen und Schmunzeln

Mit dem Film setzt das ZDF seinen Blick durchs Schlüsselloch in den Vatikan fort, der mit der ersten großen Dokumentation "Damast und Lichterglanz - Alltag im Vatikan" am ersten Weihnachtstag 2007 begonnen hat. Die beiden Filme stellen eine enge Verknüpfung zwischen der glanzvollen Größe des Vatikans und dem ganz persönlichen Lebensstil einzelner Menschen her. Ob Feuerwehrleute, Chorleiter und -knaben, Sicherheitsbeamte, Näherinnen oder Gärtner - Menschen tragen dazu bei, dass der kleinste Staat der Welt funktioniert. Es ist eine faszinierende Reise zum Staunen und Schmunzeln.

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