Sie sind hier:

Original oder Fälschung?

Friedrich Klütsch über die Entstehung des Films

"Antike Steintafel entzündet Diskussion über die Auferstehung" - eine Schlagzeile der New York Times war es, die mich Anfang Juli 2008 auf einen neu gedeuteten archäologischen Fund aufmerksam machte. Die Steintafel wies eine frühhebräische Inschrift aus Tinte auf, in der auch von einer Auferstehung die Rede war - aber nicht der von Jesus!

Steintafel wird wissenschaftlich untersucht
Steintafel wird wissenschaftlich untersucht Quelle: ZDF

In die Neugier über den sensationellen Fund mischte sich Skepsis. All zu oft war die biblisch interessierte Öffentlichkeit in den vergangen Jahren durch das Werk von Fälschern getäuscht worden. War dieser Fund echt? Und inwiefern konnte der Text der Inschrift unsere christlichen Vorstellungen von der Auferstehung tatsächlich verändern? Eine Blitzumfrage unter den Experten für biblische Archäologie in Deutschland fiel eindeutig aus: Die kritischen Töne überwogen bei weitem. "Zu schön, um wahr zu sein", hieß es in den meisten Reaktionen. Man riet mir zur Vorsicht.

Nur eine Fälschung?

In der Tat sprachen gewichtige Argumente gegen die Echtheit der Steintafel. Bezweifelt wurde vor allem, dass eine Tinteninschrift auf einem Stein zwei Jahrtausende überstanden haben soll. Hinzu kam, dass die Fundumstände - bis auf Hinweise, die den Fundort der Tafel in Jordanien lokalisierten - völlig unbekannt waren. Keine gute Grundlage für eine seriöse Fernsehdokumentation!

Es sei denn, man würde die Fragen nach der Echtheit und dem möglichen Fundort auch zum Gegenstand der filmischen Recherche machen. Und da war noch die Aussage von Professor Yuval Goren, der in seinem Labor für Mikroarchäologie an der Universität Tel Aviv schon eine ganze Reihe von fragwürdigen Funden als Fälschungen entlarvt hatte. Und dieser Experte deutete - nach einer ersten Untersuchung der Steintafel - uns gegenüber an, dass zunächst nichts gegen ihre Echtheit sprach. Als wir dann auch noch mit Professor Jürgen Zangenberg, einen ausgewiesenen Fachmann für Archäologie und Neues Testament als Begleiter und Moderator für das Projekt gewinnen konnten, war der Film über die Steintafel beschlossene Sache.

Zitatgalerie mit Expertenmeinungen zur Gabriel-Offenbarung
Experten zur Gabriel-Offenbarung Quelle: ZDF

Ein beeindruckendes Fundstück

Einen ganzen Drehtag im Dezember widmeten wir der Untersuchung der Tafel im Hause ihres Besitzers in Zürich. Die Ergebnisse bestätigten die Annahmen, dass es sich bei der Steintafel um ein Ernst zu nehmendes Fundstück handelt. Wir waren beeindruckt von dem wuchtigen Relikt aus biblischen Zeiten - ein grober Steinblock mit feinen, säuberlich aufgetragenen Schriftzügen.


Mitte Januar folgte dann die große Drehreise auf den Spuren der Gabriel-Offenbarung, die uns nach Israel und Jordanien führte. Wir hatten einen Termin mit Professor Israel Knohl, der die Inschrift mit anderen historischen Berichten in Verbindung gebracht und einen Rebellenführer namens Simon als den jüdischen Messias identifiziert hatte, der auf der Steintafel erwähnt wurde.

Viele Experten auf der Liste

Wir suchten die Schriftexpertin Dr. Ada Yardeni in ihrer Wohnung in Jerusalem auf, um sie um ein abschließendes Urteil hinsichtlich der Echtheit der Inschrift zu bitten. Und wir sprachen mit Professor Yuval Goren, dem Mikroarchäologen, um Hinweise auf die mögliche Herkunft der Steintafel zu erhalten. Und dann wurde unsere historische Spurensuche von der Gegenwart eingeholt.

Um unser Web-Angebot optimal zu präsentieren und zu verbessern, verwendet das ZDF Cookies. Durch die weitere Nutzung des Web-Angebots stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Abo beendet

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.