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Street Food Teil 2

Burger, Burritos und ein dicker Braten

Doku - Street Food Teil 2

Street Food ist Essen von unten, ist näher an den Menschen, ist authentischer. Und umgekehrt: Kein Essen erzählt mehr von den Menschen eines Ortes: ihre Vorlieben, ihre Schrulligkeiten.

Beitragslänge:
43 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 03.01.2018, 14:00
Produktionsland und -jahr:
USA , Mexiko , Peru , Argentinien 2016

Street Food-Orte sind wie eine Speisekammer mit mobilen Küchen, Kochstellen – an denen neben den besten Fleischspießen, Burritos, Nudelsuppen, Ceviches auch die tollsten Geschichten lagern. Street Food zeigt aber auch, wie unterschiedlich die Kulturen sind.

Normen Odenthal und Tomas Reichart erkunden die unterschiedlichsten Street Foods und die Menschen, die sie zubereiten. Ein Streifzug durch Asien und den amerikanischen Kontinent, der aus dem Bauch heraus beginnt – und spannende, unerwartete Erkenntnisse über Leute, Land, Politik und Kultur nebenbei erzählt.

Der zweite Teil führt die ZDF Korrespondenten Normen Odenthal und Thomas Reichart einmal längs des amerikanischen Kontinents von USA über Mexiko, Kolumbien, Peru nach Argentinien. Die Reise zeigt die große Bandbreite des Street Food und startet an dessen Hot Spot in Portland, Oregon.

Steven Shomler aus Portland/Oregon freut sich auf seinen Super-Burger.
Steven Shomler aus Portland/Oregon freut sich auf seinen Super-Burger. Quelle: ZDF/Bert Schönborn

Nirgendwo versuchen mehr Menschen ihr Glück zu machen im Gastro-Business als in der Stadt Portland. An jeder Ecke der Stadt findet man "Food-Carts", die wie kleine Wohnwagen aussehen und in denen gebrutzelt, gebacken, gebraten wird – und zwar weit mehr als nur Burger. Es ist ein Weg, sich den eigenen "American Dream" zu verwirklichen. Testballons, um später vielleicht ein Restaurant zu gründen. Mit Leidenschaft zeigen viele Köche hier kulinarischen Pioniergeist.

Street Food an allen Ecken und zu jeder Tageszeit gibt es auch in Mexiko. Denn eigentlich essen Mexikaner immer. Hier heißen die Straßenstände „puesto“. Noch wichtiger als Essen ist Mexikanern höchstens die Familie. Und wahrscheinlich hat Viktor Navarrete, der gemütliche, runde Taco-Brater, deshalb immer ein Lächeln im Gesicht. Er hat beides um sich: Essen und Familie. Sie helfen alle mit an seinem Stand, wo es – da lässt er keine Diskussionen zu – die besten Tacos von Mexiko-Stadt gibt. Mit hauchdünnem Rindfleisch und der berühmten Salsa von seiner Frau. Geheimrezept natürlich, aber so gut, dass die Schlange mittags bis hinter die Straßenecke reicht.

Was für eine Bilderbuchkulisse! Cartagena in Kolumbien ist eine Schönheit. Jedes Jahr kommen mehr Touristen, die Zeiten ändern sich, die Menschen suchen sich ihren neuen Platz. Wie lange können die letzten Fischer am Strand noch so weitermachen? Die Arbeit ist hart, aber was anderes haben die Männer nie gelernt. Die Pelikane sammeln sich um sie herum, bequemer kommen sie nicht an den leckeren Fisch. Auf dem Markt wird der Fisch gegrillt – schnell und einfach. Anderswo vielleicht eine Delikatesse, hier ein tägliches Essen der einfachen Leute.

Manuela und Juliana aus Cartagena/Kolumbien setzen ganz auf die Touristen. In ihren bunten Kleidern stehen sie auf den Plätzen der Stadt, bieten frisches Obst und selbst gebackene Süßigkeiten an.
Manuela und Juliana aus Cartagena/Kolumbien setzen ganz auf die Touristen. In ihren bunten Kleidern stehen sie auf den Plätzen der Stadt, bieten frisches Obst und selbst gebackene Süßigkeiten an. Quelle: ZDF/Bert Schönborn

Manuela und Juliana setzen ganz auf die Touristen. In ihren bunten Kleidern stehen sie auf den Plätzen der Stadt, bieten frisches Obst und selbst gebackene Süßigkeiten an. Mehr Geld verdienen sie allerdings inzwischen als exotisches Fotomotiv für Touristen. Doch die Exotik hat Grenzen. Die Tradition, die sie verkörpern, ist die Erinnerung an die Sklavenzeit. Pallenque, der kleine Ort nahe Cartagena, gilt als erster Ort Südamerikas, an dem die Sklaverei ein Ende nahm.

Beladen mit der Geschichte des Landes ist auch Kaffee-Verkäufer Francisco. Er wurde vom Bürgerkrieg nach Cartagena vertrieben. Er hofft auf den neuen Friedensvertrag. Doch solange es keinen Frieden gibt, wird er weiter Kaffee anbieten, fern seiner Wurzeln.

Ein dicker Braten in einem Straßengrill-Restaurant in Buenos Aires/Argentinien.
Ein dicker Braten in einem Straßengrill-Restaurant in Buenos Aires/Argentinien. Quelle: ZDF/Bert Schönborn

Die Gefahr lauert jeden Tag in den Straßen der peruanischen Stadt Limas. Trotzdem hält das Straßenköche nicht davon ab, ihre Kunst zu präsentieren. Sie bieten ein einfaches, magisches Gericht. Ceviche ist roher Fisch, gegart in Limettensaft. Dazu aji, peruanische Pfefferschoten, Mais, Süßkartoffeln – fertig. Man isst Ceviche bei Virginia am Straßenstand in einem der gefährlicheren Viertel Limas und bei Gaston Arcurio, einem der besten Köche der Welt. Ceviche, der neue Modesnack in den Metropolen der Welt.

In Argentinien dagegen wussten Normen Odenthal und Thomas Reichart, dass es nur um eines geht beim Essen: Fleisch, viel Fleisch. Wie Claudio, der Taxifahrer, so schlank bleiben konnte bleibt ein Rätsel. Essen ist wichtig. Essen ist Spaß. Essen ist Gesellschaft. Essen ist das pralle Leben. Er zeigt uns, wo das Vieh herkommt und wo es hinkommt. Und meistens landet es eben auf dem Grill. Die Männer auf dem Viehmarkt, die Gauchos auf der Ranch, die Kumpels in der Autowerkstatt, die Taxifahrer-Kollegen – wen auch immer wir mit Claudio treffen, meistens ist das Feuer schon an, das "Asado" schon angerichtet. Argentinien mag ein Land in der Dauerkrise sein, das hat den Menschen nicht den Appetit verdorben.

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