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Winterabenteuer Norwegen

Weihnachten auf den Lofoten

Schroffe Berge, tiefblaues Meer, rote Häuser – die Lofoten wecken die Sehnsucht nach Norwegens Norden. Besonders im Winter strahlen die Inseln eine Stille aus, die die Sinne schärft. Der Golfstrom lässt die Temperaturen im tiefsten Winter selten unter minus 5 Grad fallen. Genau dieses Klima beschert den Lofoten aber jene Besonderheit, für die sie berühmt sind: Den Stockfisch. Die Saison der Lofoten-Fischer beginnt, wenn die Temperaturen zuverlässig unter null Grad bleiben. Dann verdienen die Fischer den Großteil ihres Jahreseinkommens. Überall sieht man den Stockfisch auf Trockengestellen.

Die Arbeit ist schwer, aber kaum einer kann sich etwas anderes vorstellen. Der Fischer Børge schwärmt: „Das Klima der Lofoten eignet sich besonders gut um Fische zu trocknen: Sonne, Regen, Wind – ideale Voraussetzungen.“ Auch Frauen wie Anita Gylseth haben sich in der Fischereiwirtschaft auf den Lofoten ein eigenes Standbein schaffen können. Sie führt mit Leidenschaft eine eigene Fischfabrik. Die Menschen der Inselgruppe sind stets auf Lebensmittel und Post vom Festland angewiesen. Das Hurtigruten-Linienschiff bringt die letzten Geschenke und Familienangehörige zum Weihnachtsfest. Zur Mittagszeit läuft es im Hafen von Svolvær ein.

Atemberaubende Ausblicke

Bei genügend Wind ist auch Kari Schibevaag auf dem Wasser unterwegs. Die Norwegerin ist Weltmeisterin in Snowkiting und Kitesurfen. Sie macht alles, was mit einem Brett und Fallschirm zu tun hat. Kari stürzt sich die weitläufigen Berge der Lofoten hinunter - oder vollführt tollkühne Sprünge auf dem Meer. Atemberaubende Ausblicke gepaart mit Adrenalin. „Ich will mit meinem Sport zeigen, was die Lofoten zu bieten haben und die Augen für die wunderbare Natur öffnen“. Nirgends fühlt sich Kari, die für ihren Extremsport um die ganze Welt reist, mehr zu Hause als hier. „Die Lofoten sind ein magischer Ort“, auch weil jetzt im Winter die Polarlichter in großflächigen, grünen Farben hoch über den Bergen der Lofoten erstrahlen.

Die Rentierfarm von Inga Sámi Siida liegt auf der kleinen Schwesterinsel Vesterålen. Wie ihre Vorfahren, der Volksstamm der Sami, lebt sie in einem Tipi, in das sie auch gerne Gäste einlädt, um ihnen die Tradition der Sami näher zu bringen. Nachts kann sie von ihrer Farm aus die Polarlichter bewundern: „Als Sami glaube ich daran, dass das Licht im Besitz der Seelen der Verstorbenen ist“. Sie lebt von der Rentierzucht. Bis heute dürfen in Norwegen nur Samen Rentiere halten. Das Fleisch verkauft sie.

Die deutschen Gäste kommen immer wieder

Ann Karina Jakobsen kauft es ihr gerne ab. Sie betreibt mit ihrem Mann Ian Robbins das Ringstad Sjøhus, eine ehemalige Handelsstation. Im Winter feiern die Norweger Julebord, eine norwegische Tradition für Belegschaften, Vereine und Gruppen. Auch ein paar Touristen sind dabei. „Wir haben viele deutsche Gäste. Die lieben die Lofoten und kommen immer wieder“, erzählt Ann Karina Jakobsen. Die Stille, die Einsamkeit und das Traditionelle mögen sie.
Die deutsche Meeresbiologin Heike Vester, hat es sich zur Aufgabe gemacht, mit ihrem Forschungsinstitut „Ocean Sounds“ in Henningsvær den Gesang der Wale zu erforschen und die Tiere zu schützen, die zwischen Oktober und Januar an die Küste der Lofoten zurückkehren: „Ich will einen Beitrag für den Schutz des bedrohten Ökosystems und der Wale rund um die Lofoten leisten und dies der Öffentlichkeit zugänglich machen.“, so die Forscherin. Denn durch die jahrhundertelange Ausbeutung der Meere sei dieses Ökosystem bedroht.
So rau und streng das Wetter und Leben auf den Lofoten auch sein mag, für seine Menschen und manchen Touristen ist es im Winter das Paradies.

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