F wie Fälschung: Meisterwerke

Zweiteilige Dokumentation mit Christian Berkel

Eine Ureinwohnerin.

Dokumentation | Dokumentation - F wie Fälschung: Meisterwerke

In der Dokumentation "F wie Fälschung: Meisterwerke" widmet sich Christian Berkel drei packenden Kunstfälscher-Geschichten aus den letzten Jahrhunderten.

Datum:
Sendungsinformationen:
Im TV: ZDFneo, 22.06.2016, 04:15 - 05:00
Produktionsland und -jahr:
2014
Altersbeschränkung:
Freigegeben ab 6 Jahren

Beginnend bei Han van Meegeren spannt er einen Bogen über Eric Hebborn bis hin zum Fall eines Giacometti-Fälschers. Dabei beleuchtet er nicht nur, wie es den Fälschern gelungen ist, Kunstexperten zu täuschen, sondern auch, welche Fehler sie gemacht haben.

Amsterdam 1945: Joseph Piller, leitender Ermittler in Sachen Kunstraub, glaubt, einen großen Fang gemacht zu haben. Vor ihm im Verhörraum sitzt Han van Meegeren, ein bekannter Künstler und angeblicher Nazi-Kollaborateur. Ausgerechnet dem deutschen Reichsmarschall Hermann Göring soll er ein holländisches Meisterwerk, ein Gemälde von Johannes Vermeer, verkauft haben. Van Meegeren droht schwere Strafe.

Bisher hat er zu den Vorwürfen geschwiegen, doch dann kann er sich nicht mehr zurückhalten: "Es war kein Vermeer, es war ein Van Meegeren. Ich habe das Bild gemalt!" Ein unglaubliches Geständnis, das sich tatsächlich als wahr herausstellte. Der Fälscher wurde zum Nationalhelden: der Mann, der Göring an der Nase herumgeführt hatte.

Doch Göring war nicht der Einzige, den Han van Meegeren geprellt hatte. Auch seinen Landsleuten hatte er angebliche Vermeers verkauft und damit Millionen verdient. Seine Gemälde wurden als beste "Vermeers" überhaupt gefeiert und erhielten einen Ehrenplatz in den großen Museen der Niederlande. Vor Gericht behauptete Han van Meegeren, Geld sei nie sein oberstes Ziel gewesen, er hätte nur den Experten beweisen wollen, dass sein Können ebenso groß sei wie das der alten Meister.

Sind Geldgier und die Sehnsucht nach Anerkennung die einzigen Motive für Fälscher? Was treibt sie noch an, tage-, wochen- oder monatelang im Verborgenen zu arbeiten und den Stil eines Künstlers nachzuahmen - in der ständigen Gefahr, ertappt zu werden? Ist es für sie das pure Vergnügen, andere zu täuschen? Oder eine Form von Besessenheit?

Viele Kunstfälscher geben das Streben nach Anerkennung als Triebfeder ihres Handelns an. Ihr größter Wunsch sei es, anderen zu beweisen, dass die eigene Kunst genauso gut ist wie die der berühmten Meister. Oder sogar besser.

So fälschte der Brite Eric Hebborn so viele Zeichnungen, dass Sachverständige schließlich auch seine "Handschrift" erkannten. Seine Freude am Täuschen und sein Geltungsdrang wurden ihm zum Verhängnis. Im Fall der Giacometti-Plastiken konnten bisher nur die Drahtzieher des Fälschungs-Deals, ein Mainzer Kunsthändler und ein angeblicher Graf, verhaftet werden. Der eigentliche Schöpfer der Werke, ein niederländischer Künstler, hat sich inzwischen nach Thailand abgesetzt.

Zeitzeugen, Kunstfahnder und Experten kommentieren die Fallbeispiele. So erzählt Ernst Schöller vom Landeskriminalamt Stuttgart von dem erhebenden Moment, als die Ermittler ein einfaches Hinterhof-Lager in Mainz öffneten und "dann soweit das Auge reicht" nur Giacomettis stehen sahen - über 1000 falsche Skulpturen und Abgüsse.

Und die Spezialisten des Amsterdamer Rijksmuseums (Michel van de Laar und Arie Wallert) untersuchen die Gemälde von Han van Meegeren und kommen nicht nur den Rätseln ihrer Herstellung auf die Spur, sondern erfahren auch viel über die Persönlichkeit des niederländischen Fälschers.

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