3D-Charakter fehlt

Plastische Chirurgie schließt Grabtuch-Variante aus

In einer Münchner Klinik nimmt Jeff Fairley, Facharzt für plastische Chirurgie und Unfallchirurgie, das Tuchbild in Augenschein. Er dokumentiert zahlreiche Auffälligkeiten im Gesicht des "Volto Santo". Und er schließt die Möglichkeit, dass es sich beim Jesus-Foto um ein Tuchabdruck handelt, kategorisch aus.

Gesichtsanatomie - Abdruck eines Tuchbildes

Mit Gesichtern und ihren anatomischen Besonderheiten hat der Experte Dr. Jeff Fairley täglichen Umgang. Auf der Abbildung des "Volto Santo" erkennt er eine ganze Reihe von Anomalien:

"Dieses Bild zeigt einen jungen Mann von etwa 30 bis 35 Jahren. Sein Gesicht ist auffallend asymmetrisch. Das Mittelgesicht ist extrem in die Länge gezogen, er hat eine sehr lange Nase und einen vergleichsweise kleinen Mund. Da gibt es dunkle Stellen, Flecken im Gesicht, das könnten Verletzungen sein, Wundmale, aber das kann natürlich auch mit den Alterungsprozessen des Bildes selbst zu tun haben."

Proportionen stimmen nicht

Um herauszufinden, ob es sich beim Jesus-Foto um einen Tuchabdruck handeln kann, dient ein simples Experiment aus der plastischen Chirurgie: Vor jedem Eingriff überprüfen Operateur und Patient die dreidimensionale Wirkung der operativen Maßnahme. Ein Verfahren, das auch das Problem eines Tuchbildes deutlich macht:

Versuch in der Gesichtsanatomie

Fehlende zylindrische Verzerrung

Das Gesicht eines Menschen hat die Geometrie eines Zylinders. Der Tuchabdruck eines Gesichtes müsste deshalb wesentlich breiter ausfallen, als dies beim Heiligen Gesicht von Manoppello der Fall ist. Die fehlende zylindrische Verzerrung spricht gegen die Herkunft des "Volto Santo" aus dem Grab Christi.


Aus anatomischer Sicht ist der "Volto Santo" eindeutig eine zweidimensionale Darstellung eines Gesichts. "Die dreidimensionalen Eigenschaften eines Tuchabdrucks fehlen, so dass es sich hier höchstens um ein Bild oder ein Gemälde handeln kann" - so lautet das Resümee des Facharztes für plastische Chirurgie.

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