An einem Tag in Duisburg

Todesfalle Loveparade

Duisburg im Juli 2010. Die Stadt ist im Vorgefühl des "Mega-Events" Loveparade. Zehntausende "Raver" sind auf dem Weg in den Ruhrpott, in eine Stadt, die sonst nur wegen Schimanski, Moscheen und einer enorm hohen Arbeitslosenzahl für Schlagzeilen sorgt.

Doch in diesem Jahr feiert sich das ganze Ruhrgebiet als Europas Kulturhauptstadt. Und Duisburg will mit der Riesenparty den Vogel abschießen.

Duisburg glaubt es zu schaffen

Die Nachbarstadt Bochum hatte abgesagt. Die "LoPa" sei zu groß, zu problematisch, würde zu viele Menschen in die Stadt bringen. Dafür sei die Infrastruktur Bochums nicht geeignet, erklärt die Bochumer Oberbürgermeisterin Scholz. Duisburg glaubt es zu schaffen, obwohl ein ranghoher Polizist vor Sicherheitsmängeln warnt.


Nach einem monatelangen Hin und Her wird der Duisburger Güterbahnhof zum Standort auserkoren. Bis zuletzt gibt es Bedenken im Baudezernat. Aber die Kommunalpolitik, die Landespolitik und viele andere wollen die Loveparade unbedingt in Duisburg haben.

Alles scheint großartig

Am 24. Juli 2010 beginnt das Fest. Die Stadtoberen freuen sich auf einer Pressekonferenz über den Coup. Die Musikbeats hämmern, die Menschen sind gut drauf, alles scheint großartig zu werden. Bis es gegen 17 Uhr zu einem "Menschenstau" in der Unterführung und auf der Rampe zum Veranstaltungsgelände kommt.

Tausende Menschen strömen von hinten nach, es wird gedrückt, geschoben. Menschen fallen zu Boden und die Masse schiebt sich über sie. Das ausgelassene Fest wird zur Katastrophe. Über 1000 Menschen liegen wie in einem Block, so sagen die Rettungskräfte später. 21 Menschen sterben, Hunderte werden verletzt.

Jeder beschuldigt jeden

Bis heute sind die Verantwortlichen nicht ausgemacht. Schuldzuweisungen gibt es viele, jeder beschuldigt jeden. Hunderte Menschen leiden bis heute, haben traumatische Störungen, Schüler brechen die Schule, Auszubildende die Lehre ab, Menschen werden arbeitsunfähig. Der Film "Todesfalle Loveparade" erzählt, wie es zu diesem tragischen Ereignis kommen konnte. Was spielte sich an diesem Tag ab? Wer hätte was verhindern können? Zusammen mit Überlebenden, Angehörigen, Experten und Verantwortlichen geht der Film den vielen unbeantworteten Fragen nach und macht noch einmal das ganze Ausmaß dieser Katastrophe deutlich.

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