Auf der Suche nach dem Glück

Wolfgang Herles im Gespräch mit Füllhorn-Experten

Das Glück ist ein großes Versprechen. Anbieter von Urlaubsreisen oder Immobiliendarlehen behaupten, man könne Glück kaufen. Wer nicht glücklich ist, hat nicht bloß Pech, er behält es auch besser für sich, denn unglücklich sein gehört sich nicht in einer Gesellschaft, in der das Streben nach Glück zum Wettbewerb geworden ist. Deshalb haben Glücksforscher weltweit Hochkonjunktur. Und auch in der Politik macht das Glück Karriere.

Der erste Teil der zweiteiligen Reportage von Wolfgang Herles "Auf der Suche nach dem Glück", "Die Glücksforscher", führt nach Osten und damit zu den spirituellen und seelischen Quellen des Glücks. Weltweit Beachtung findet das Himalajaland Bhutan, das als erster Staat ein Brutto-Glücksprodukt eingeführt und zum Maßstab seiner Politik gemacht hat. Keine Regierung weiß mehr über die Zufriedenheit der Bürger als die des Königreichs Bhutan. Was können wir von dem kleinen buddhistischen Staat lernen?

"Das Glück und die Macht", der zweiteTeil,  führt nach Westen. Das ist nicht nur als geographische Richtung, sondern auch als an materiellen Werten ausgerichtetes Verständnis von Glück zu verstehen. Auf der Weltkarte der Glücksforscher zeigt das nicht gerade wohlhabende mittelamerikanische Costa Rica die höchsten Glückswerte. Warum das so ist, zeigt die Reportage.

Glückliche Reiche

In den USA zeigt das Glück trotz höchsten Verbrauchs materieller Güter nur mittlere Werte. Ökonomie-Nobelpreisträger Joseph Stiglitz von der Columbia University New York kritisiert die Ungerechtigkeit der amerikanischen Gesellschaft. Er steht an der Spitze der internationalen Experten, die den Abschied vom Bruttoinlandsprodukt als einziges Maß für Fortschritt fordern.

Sein Nobelpreis-Kollege, der berühmte Psychologe Daniel Kahneman, bezweifelt, dass Menschen sicher beurteilen können, was sie glücklich macht. Das gegenwärtig empfundene Glück und die rückblickende Lebenszufriedenheit unterscheiden sich stark. Auch die alte These der Glücksforschung, wonach Geld nicht glücklich mache, ist wohl kaum haltbar: Wohlhabende sind tatsächlich zufriedener mit ihrem Leben.

Wie wichtig ist Glück?

Wolfgang Herles sprach auch mit führenden europäischen Glücksforschern. Mit dem Schweizer Bruno S. Frey, der untersucht hat, wie sehr politische Teilhabe das Glück fördert. Und mit dem Holländer Ruut Veenhoven, der die weltweiten Erkenntnisse der Glücksforscher sammelt und bewertet. Er ist die Spinne im Netz der internationalen Glücksforschung.

Wolfgang Herles stellt auch immer wieder kritische Fragen an die Propagandisten des Glücks. Kann das Glück politisch missbraucht und zur Ideologie werden wie das Wachstum? Gibt es im Leben wirklich nichts Wichtigeres als Glück?

Skeptische Stimmen sind der Bestsellerautor Rolf Dobelli, der Philosoph Wilhelm Schmid, aber auch Philippe Pozzo di Borgo, Autor des Bestsellers „Ziemlich beste Freunde“. Der Auftritt des lebensklugen Querschnittsgelähmten ist ein Höhepunkt dieser Reportage in ferne Länder wie ins Innere der Gefühlswelt.

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