Außenseiter des eigenen Ordens

Franziskus zieht sich aus der Gemeinschaft zurück

Franziskus hatte ein Leben nach dem Evangelium führen wollen. Als erste Gefährten zu ihm stießen, folgten sie ihm dabei. Nun zählt der Orden viele tausend Mitbrüder auf dem ganzen Kontinent. Die Regel, die Franziskus verfasst, soll alle einen. Aber sie führt zur Spaltung und dazu, dass sich Fanziskus vom eigenen Orden entfernt.

Franziskaner Mönche

Assisi wurde zum Ausgangspunkt einer Bewegung, die sich innerhalb weniger Jahrzehnte über ganz Europa ausbreitet. Bis heute ist die franziskanische Gemeinschaft mit ihren Laiengruppen die größte Ordensfamilie in der katholischen Kirche.


Der Erfolg der Gemeinschaft sollte bereits für ihren Gründer zum Problem werden: "Franziskus ist ganz sicher in den letzten Lebensjahren zum Außenseiter in seiner eigenen Gemeinschaft geworden, weil die Mehrheit des Ordens, vor allem die Ordensoberen, die Provinzialminister und auch seine Stellvertreter der Meinung gewesen sind, das ist alles zu rigoros, das überfordert die Menschen, das ist alles zu streng", erklärt Professor Helmut Feld.

Ausbreitung Franziskanische Orden

Kirchenkonforme Institution

Jesus von Assisi Quelle: ZDF/Giuseppe Bianco


Mit dem Streit um die Ordensregel beginnt das Ende: Franziskus will die Wandlung von der rebellischen Gemeinschaft zur kirchenkonformen Institution nicht mitvollziehen. Aber selbst im engsten Kreise kann er sich mit seinen Ansichten nicht mehr durchsetzen. Franziskus gibt die Leitung des Ordens ab. Tief enttäuscht von den Entwicklungen zieht sich Franziskus in das Franziskanerkloster auf dem Berg La Verna zurück.

Der Konflikt, der zur Spaltung des Ordens geführt hatte, lässt sich in den beiden Fassungen der Ordensregel nachlesen: in der vom Papst genehmigten, und in der nicht-genehmigten. Noch heute stellt die Existenz zweier Regeln eine Herausforderung für jeden Franziskaner dar. "Nach den Buchstaben der ursprünglichen Regel des Franziskus leben zu wollen, ist eigentlich nicht möglich", erzählt Bruder Marco: "Es macht keinen Sinn, dem Wortlaut folgen zu wollen. Es ist Teil unserer Aufgabe, den Geist der Regel den heutigen Verhältnissen anzupassen."

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