Bei Abriss Aufstand

Der Protest gegen den Bahnhof Stuttgart 21

Der Widerstand gegen das umstrittene Bahn-Neubauprojekt "Stuttgart 21" entwickelt sich zum Dauerprotest. Seit Wochen gehen bis zu 20.000 Menschen in Stuttgart auf die Straße. Beinahe täglich versammeln sich Demonstranten vor dem Bauzaun am Hauptbahnhof. Die Mehrheit der Stuttgarter ist gegen den milliardenteuren Umbau des Hauptbahnhofs.

Bei "Stuttgart 21" geht es um eines der größten Infrastruktur-Projekte in Europa. Der Hauptbahnhof soll um neunzig Grad gedreht und unter die Erde verlegt werden. Auf dem freiwerdenden Gelände entsteht ein neuer Stadtteil. Außerdem ist der Bau einer neuen Hochgeschwindigkeitsstrecke nach Ulm geplant.

Bis zu elf Milliarden Kosten

Insgesamt soll der neue Tiefbahnhof mit der Neubaustrecke rund sieben Milliarden Euro kosten, neue Berechnungen gehen sogar von über elf Milliarden aus. Die Gegner warnen vor steigenden Kosten und zweifeln den Nutzen des neuen Tiefbahnhofs an. Für die Befürworter überwiegen die Vorteile. Sie wollen Stuttgart an das neue europäische Hochgeschwindigkeitsnetz anschließen und mit dem neuen Bahnhof die Fahrzeiten zwischen Stuttgart und Ulm verringern.

In Stuttgart zeigt sich eine neue Protestbewegung. Besetzungen, Sitzblockaden, große Protestmärsche. Die sonst als friedlich bekannten Schwaben proben den Aufstand. Menschen aus allen Schichten gehen zu den Kundgebungen. Der Widerstand bei der Bevölkerung ist auch die Folge eines eklatanten politischen Versagens.

Versäumnisse bei der Politik

Politiker sprechen bereits selbst vom Kommunikations-GAU. CDU, SPD und FDP haben es versäumt, für das Großprojekt aktiv zu werben. Die Bürger wurden kaum einbezogen, Kritiker galten und gelten als rückwärtsgewandte Querulanten.

Eine Quittung erteilten die Gegner bereits vor 14 Monaten. Die Grünen, die mit an der Spitze des Protests stehen, entschieden die Kommunalwahlen in Stuttgart sensationell für sich.

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