Beten und arbeiten für den Frieden

Die Dormitio-Abtei in Jerusalem

"Ora et labora" lautet das Motto der Benediktiner. Im Falle der Ordensmänner der Dormitio-Abtei in Jerusalem bedeutet das "Beten und Arbeiten" in der Nachfolge des großen Mönchsvaters Benedikt vor allem der unermüdliche Einsatz für Dialog, Versöhnung und Frieden im Heiligen Land.

Die Mönche haben an der Grenze zwischen Ost- und Westjerusalem unter der Leitung von Abt Benedikt Lindemann einen Ort geschaffen, der Pilgern im Trubel der Heiligen Stadt eine Oase der Stille bietet sowie Christen, Juden und Muslimen einen Platz für Begegnung. Dazu wurde 2002 eigens die Friedensakademie "Beit Benedikt" gegründet. Seit 1987 wird alle zwei Jahre der "Mount Zion-Friedenspreis" verliehen.

Die "Entschlafung" Marias


Die Dormitio-Abtei liegt auf dem Berg Zion südlich der Altstadt von Jerusalem. Der imposante Rundbau der Basilika mit ihrem schlanken Turm ist weithin sichtbar. Nur wenige Meter von der Abtei entfernt soll der Tradition nach Jesus sein letztes Abendmahl gefeiert haben. An dem Ort sollen sich nach dem Tod Jesu seine Jünger mit Maria, seiner Mutter, versammelt haben. Der Berg Zion war der Überlieferung nach Heimat der ersten christlichen Gemeinde.


Entsprechend soll Maria Ende der 40er Jahre des ersten Jahrhunderts an dem Ort gestorben sein, an dem sich heute die Benediktinerabtei befindet. Entsprechend der ostkirchlichen Tradition spricht man von "Entschlafung" - "Dormitio". Das Grab Mariens wird in der Nähe des Gartens Gethsemane verehrt, der rund drei Kilometer entfernt östlich der Altstadt am Fuße des Ölbergs liegt.

Ein Ort auch für Studenten

Der Dormitio-Abtei angegliedert ist das Theologische Studienjahr. Seit 1973 bietet dieses evangelischen und katholischen Studierenden die Möglichkeit, in Jerusalem zwei Semester zu studieren. Schwerpunkte der Lehrangebote sind das Studium der biblischen Texte und deren Quellen, Ostkirchenkunde sowie Judaistik und Islamwissenschaften. Dazu kommen zahlreiche Exkursionen zu Ausgrabungsstätten im Heiligen Land oder in die Wüste.


Die Studierenden leben im Gästehaus der Abtei, Beit Josef, und nehmen am spirituellen Leben der Abtei teil. Bisher haben mehr als 900 Studierende das Theologische Studienjahr absolviert. Die Lehrenden kommen von Hochschulen im deutschsprachigen Raum. Daneben gibt es auch Experten von Universitäten und Institutionen aus Israel und den Palästinensergebieten, die im Rahmen des Theologischen Studienjahres Seminare, Vorträge und Exkursionen anbieten.

Auslandsseelsorge im Heiligen Land

Die Dormitio-Kirche wurde Anfang des 20. Jahrhunderts gebaut. Als Vorbilder für den Rundbau dienten die Kölner Kirche St. Gereon sowie die Pfalzkapelle in Aachen. Im April 1910 weihte der Lateinische Patriarch von Jerusalem die Basilika nach zehnjähriger Bauzeit. Im Innern ist die Kirche entsprechend der frühchristlichen Tradition mit Mosaiken ausgestaltet. In der Krypta stellt eine liegende Skulptur die entschlafene Muttergottes dar.

Seit Dezember 2008 haben die Benediktiner vom Berg Zion die deutsche Auslandsseelsorge im Heiligen Land übernommen. Sie bieten für deutschsprachige Residenten im Heiligen Land sowie Pilger Gottesdienste und seelsorgliche Begleitung in deutscher Sprache an. Wie mittlerweile in vielen Klöstern weltweit können Interessierte einige Wochen als Gäste in der Dormitio leben und als Volontäre die Mönche bei ihrer Arbeit unterstützen.

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