Bischof mit klarem Profil

Der Erfurter Bischof Joachim Wanke

Bischof Joachim Wanke leitet seit 27 Jahren das Bistum Erfurt. Er gilt als volksnaher, bescheidener und bodenständiger Mann der Kirche, der den Dialog mit den Menschen in den Pfarreien sucht und an ihren Meinungen interessiert ist.

Als Bischof im Osten Deutschlands kennt er die Situation der Christen als Minderheit in einem stark säkularisierten Umfeld. Der 67-jährige begreift das als Chance.

Seine langjährigen Erfahrungen mit einer entchristlichten Gesellschaft lässt ihn ein guter Ratgeber seiner Kollegen innerhalb der Bischofskonferenz werden, die im Westen zunehmend vor ähnlichen Problemen stehen. Zudem plädiert er beständig für die Ökumene, denn er sieht Katholiken und Protestanten als Gruppen, die einander bereichern können.

Aus der Mitte der Christen heraus

Bischof Wanke bekennt auch in weiteren Bereichen Farbe: So gehörte er im Disput um die Schwangerenberatung zu der kleinen Gruppe jener Bischöfe, die nur sehr zögernd der Forderung des Vatikans zum Ausstieg aus der staatlichen Schwangerenkonfliktberatung nachkamen. Er ist dafür, die Laien mehr einzubinden und setzt auf "Gottesverkündigung in der Gesellschaft" aus der Mitte der Christen heraus. Zu Zeiten der DDR setzte er sich für die Abschaffung von Wehrunterricht in Schulen ein.

Zur Frage nach Atheisten und sporadischen Gottesdienstbesuchern sagte er in einem Interview mit der Thüringischen Landeszeitung: "Christen und Nichtchristen können den Gottesdienst erfahren als einen Ort, in dem man Lebensmut entdecken kann. Die Kirchen sollen ihre Türen aufmachen. Alle sollen kommen." Somit steht er auch hinter dem Projekt des Kolumbariums in der Erfurter Allerheiligenkirche.

Dialog mit anderen Kulturen

In der Diskussion um die Anerkennung homosexueller Lebensgemeinschaften und deren Segnungen zeigt sich Wanke eher konservativ und ablehnend. Neuem verschlossen ist er darum nicht: schon lange mahnt er öffentlich immer wieder den Dialog mit anderen Kulturen und Religionen, besonders mit den muslimischen Mitbürgern in Deutschland.

"Den Spuren Christi folgen"

Für Bischof Wanke ist die Kernbotschaft der Kirche in der heutigen Zeit die Hoffnung. Das versuchten er und seine Mitarbeiter auch 2007 während des Elisabeth-Jahres zu vermitteln. Dieses Ereignis war ein Highlight in der Amtszeit des Bischofs. Die Besucherzahlen fielen weit größer aus, als es sich die Organisatoren erträumt hatten. Wankes Wahlspruch lautet: Vestigia Christi sequi - den Spuren Christi folgen.

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