Buchtipps zu Allerheiligen

Mit Nina Ruge im Heiligen Land

An Allerheiligen und Allerseelen gedenken die Menschen der Verstorbenen. In Erinnerung zünden sie auf den Friedhöfen Grablichter an und beten für die Angehörigen. In unseren Buchtipps geht es um das Thema Trauer und Tod:

Erni Kutter

Schwester Tod

Weibliche Trauerkultur. Abschiedsrituale. Gedenkbräuche. Erinnerungsfeste.
Kösel-Verlag München (2010)


Trauern Frauen anders? Dieser Frage geht die Diplomsozialpädagogin Erni Kutter in ihrem Buch nach und kommt zu dem Ergebnis: "Sterbebegleitung und Totenfürsorge galten seit jeher als weibliche Domäne". Kutter will helfen, diesen Schatz auch für die Gegenwart fruchtbar zu machen. Ausführlich analysiert sie die Trauerkultur und -bräuche von der Steinzeit bis zur Moderne. Dies geschieht stets vor der Frage, welche Elemente können für den Umgang mit Trauer und Tod hilfreich sein.

Sie gibt dabei praktische Anregungen zur Begleitung von Sterbenden und deren Angehörige sowie zur Gestaltung des Abschieds. Kutter tendiert dabei stark zu alternativen Ritualen. Die Fülle der christlichen Todes- und Trauerkultur kommt in den Ausführungen meist etwas kurz. Trotzdem kann das Buch dazu beitragen, in einer Zeit, in der Sterben, Tod und Trauer gerne aus dem öffentlichen Leben ausgeblendet werden, das Tabuthema wieder mehr ins Leben zurückzuholen.

Leonardo Boff

Was kommt nachher?

Das Leben nach dem Tode.
Topos Verlag (2009)


Die Vorstellungen von Himmel, Hölle, Fegefeuer und einem göttlichen Gericht haben die Menschen seit jeher beschäftigt. Zahlreiche Werke in Literatur und Kunst geben Zeugnis davon. Was aus christlicher Sicht unter den "Letzten Dingen" zu verstehen ist, fasst der Befreiungstheologe Leonardo Boff in seinem kleinen Taschenbuch auf rund 150 Seiten zusammen. Dabei geht er stets von den biblischen Texten aus, um dann die Bedeutung von Tod und Auferstehung, Himmel, Hölle, Fegefeuer und Gericht zu erklären. Für Boff ist klar, wer an die Auferstehung und das Ewige Leben glaubt, dem ist das Jetzt, das irdische Leben nicht gleichgültig. Denn der Mensch kann aufgrund seiner ihm von Gott gegebenen Freiheit sich auch gegen Gott entscheiden.

Das Böse, die Hölle sind real, so der Theologe. Das bringe Ernst ins Leben; am Ende sei die christliche Botschaft aber eine Botschaft der Hoffnung, dass Gott jeden Menschen "ins Recht setzt". Mit seiner ausführlichen Literaturliste bietet das Buch die Möglichkeit, bei Bedarf noch tiefer in die Thematik einzutauchen. Die enge Bindung an die biblischen Texte lädt förmlich dazu ein, sich mit den Originaltexten zu beschäftigen. Das Buch regt dazu an, durch die Beschäftigung mit den "Letzten Dingen" die eigene Lebensführung zu überdenken und sich mit Themen wie "Tod" und "Auferstehung" ernsthaft auseinanderzusetzen.

Reiner Nieswandt

Abrahams umkämpftes Erbe

Jetzt verstehe ich den Konflikt in Israel
Katholisches Bibelwerk Stuttgart 2008


Frieden im Nahen Osten - das wünschen sich die Menschen nicht nur in der Region selbst, sondern weltweit. Doch seit Jahrzehnten gibt es keine Lösung für den Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern. Der Theologe Reiner Nieswandt versucht eine Antwort auf die Frage, warum es bisher nicht gelungen ist, und zeigt Wege auf, wie vielleicht ein friedliches Miteinander gelingen könnte. Dabei ist klar, dass auf knapp 180 Seiten die Wurzeln des Konflikts und die Beteiligten Parteien nicht bis ins Detail beleuchtet werden können, doch Nieswandt gibt einen Überblick. Dabei bleiben natürlich Unschärfen, die bei einer solch gedrängten Abhandlung zwangsläufig entstehen. Er bietet aber einen ersten Schlüssel zum besseren Verständnis der Lage. Neben den historischen Wurzeln des Konflikts räumt er auch der religiösen Dimension breiten Raum ein. Denn, so ist der Autor überzeugt, die Religionen tragen zur Verschärfung des Konflikts bei; sie können aber - und müssten eigentlich - zur Entspannung beitragen.

Niewandt beleuchtet auch die Rolle der Christen in dem Konflikt in Geschichte und Gegenwart. Angesichts ihrer "Schuldgeschichte mit Juden und Muslimen in Europa wie im Nahen Osten" (Stichworte sind hier "Antisemitismus", "Holocaust" und "Kreuzzüge") haben sie eine belastete Geschichte; dennoch sieht er die Chance, dass sie in einer von "Demut und Bescheidenheit" geprägten Haltung den Friedensprozess mitgestalten können. In erster Linie sind aber Israelis und Palästinenser gefordert, die sich aufeinander zu bewegen müssen. Der Frieden könne nur in einer Kompromisslösung liegen, ist der Autor überzeugt.

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