China - Der wankende Riese

Der Börsencrash und seine Folgen

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Chinas Börsencrash hat eine unangenehme Wahrheit ans Licht gebracht. Die Wirtschaft des Landes lahmt, der Riese wankt und droht dabei auch deutsche Unternehmen mitzureißen.

Beitragslänge:
43 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 10.12.2016, 10:59
Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2015

Chinas Börsencrash hat eine unangenehme Wahrheit ans Licht gebracht. Die Wirtschaft des Landes lahmt, der Riese wankt und droht dabei auch deutsche Unternehmen mitzureißen.
In China ist ein Sack Reis umgefallen, sagt man in Deutschland gern, wenn etwas als besonders unwichtig erscheint. In diesen Wochen fallen Milliarden Reissäcke auf einmal um. Und ihr Beben erschüttert die ganze Welt.

Im August stürzen in China die Kurse um über 40 Prozent ab. Die Exporte vieler deutscher Firmen brechen wegen der Wirtschaftskrise dort ein. Es verpufft die Gewissheit, dass es im Reich der Mitte nur nach oben gehen kann und alle daran mitverdienen.

Die Opfer des Börsencrashs sind die vielen kleine Anleger im Land selbst, die den Versprechungen der chinesischen Regierung glaubten, dass sie mit Aktien reich werden. Sie nahmen dafür sogar Kredite auf und haben nun all ihr Erspartes verloren. Das hat nicht nur Chinas Hunger nach neuen Waren einen schweren Dämpfer versetzt, sondern auch der Glaubwürdigkeit der Regierung in Peking geschadet.

Die große Abhängigkeit der Welt vom Wachstum in China

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Schuhproduzent Huajian will in Addis Abeba 30.000 Arbeiter beschäftigen. Quelle: ZDF/Toby Marshall

Die China-Korrespondenten Katja Eichhorn und Thomas Reichart sind den Ursachen und Folgen dieses Bebens nachgegangen. Sie machen deutlich, wie groß die Abhängigkeit der Welt ist vom Wachstum in China. Der „Made in China“-Boom hat nicht nur China reich und mächtig werden lassen, sondern in den letzten Jahren mit über einem Drittel zum globalen Wirtschaftswachstum beigetragen.

Doch Chinas Erfolgsformel – billige, einfache Produkte für die Welt – ist verbraucht. In ehemaligen Wachstumszentren schließen Fabriken, weil die Lohnkosten zu hoch sind, weil einfache Waren anderswo noch günstiger hergestellt werden können. Zhang Huarong etwa, größter Hersteller von Damenschuhen weltweit, verlagert einen großen Teil der Produktion nun nach Äthiopien. Das sei China wie vor 30 Jahren, schwärmt der Unternehmer vor seinen Kunden.

Chinas Schwäche trifft auch Deutschland. Der Anteil des China-Geschäfts von BMW liegt bei fast 19 Prozent, Volkswagen etwa erwirtschaftet ein Drittel seines Umsatzes in China. Aber verheerend wäre ein dauerhafter Einbruch auch für viele deutsche Mittelständler, die auf das Wachstum im Reich der Mitte gesetzt haben.

Das Fazit der ZDF-Chinakorrespondenten: Wenn China wachsen will, muss es statt billigem „Made in China“ mehr eigene Ideen haben. Das Land muss sich öffnen, die allmächtige Partei sich weiter zurückziehen. Die Chancen dafür sind nicht gerade glänzend.

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