Christliches Hoffnungszeichen

Das Caritas Baby-Hospital in Bethlehem

Allein 100.000 Kinder unter vier Jahren leben in Bethlehem und Hebron, dem direkten Einzugsgebiet des Caritas Baby Hospitals. Bei der Klinik handelt es sich um das einzige auf Kleinkinder spezialisierte Krankenhaus im Westjordanland und im Gaza-Streifen. Franziskanerschwester Erika Nobs ist Leiterin des Pflegedienstes und mit Herz und Seele dabei, trotz der schwierigen politischen Situation.

Krankes Baby im Caritas Baby Hospital

Bethlehem, Heiliger Abend 1952: Auf dem Weg zur Geburtskirche sieht der Schweizer Pater Ernst Schnydrig, wie ein verzweifelter Vater sein totes Kind in der Nähe eines palästinensischen Flüchtlingslagers im Morast begräbt. Der Sohn eines Walliser Bauern ist tief erschüttert und handelt: Er mietet ein Haus, stellt 14 Betten hinein und nennt es "Caritas Baby Hospital".

Der Schweizer Pater Ernst Schnydrig gewinnt einen palästinensischen Arzt für sein Projekt. Nie wieder soll ein Kind am Geburtsort Jesu medizinische Hilfe verwehrt bleiben. In der Heimat gründet Schnydrig einen Verein, der die Einrichtung finanziell unterstützt.

Gelebte Menschlichkeit


Aus den einfachen Anfängen ist nach über 50 Jahren eine Kinderklinik mit modernster medizinischer Ausstattung geworden. 1978 wurde ein Neubau mit 82 Betten eingeweiht. Das Caritas Baby Hospital ist das einzige auf Kleinkinder spezialisierte Krankenhaus im Westjordanland und im Gaza-Streifen. Die Problematik: Durch die eingeschränkte Bewegungsfreiheit der Menschen auf dem palästinensischen Territorium wird es für die Eltern immer schwieriger, die Klinik zu erreichen.

Baby im Caritas Baby Hospital

Allein im direkten Einzugsgebiet Bethlehem und Hebron leben über 100.000 Kinder, die jünger als vier Jahre sind. 2006 wurden mehr als 4.000 Kinder stationär behandelt, knapp 30.000 in der Ambulanz. Die Kinder leiden meist unter typischen Armutserkrankungen wie Mangelernährung und schlechtem Immunsystem. Dazu kommen die oft schwierigen hygienischen Verhältnisse in den Dörfern, die den Krankheitsverlauf stark beschleunigen. Im Winter kommen viele Neugeborene mit Unterkühlung in die Klinik. Das Caritas Baby Hospital arbeitet auch mit Spezialkliniken in Jerusalem und Tel Aviv zusammen.

Mit Herz und Seele dabei

Seit 1969 gibt es eine Pflegeschule, in der seither mehr als 300 junge Menschen zu Krankenpflegern ausgebildet wurden. Daneben unterhält die Klinik eine Mütterschule. Insgesamt hat das Caritas Baby Hospital rund 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, darunter 14 Ärzte.


Die Franziskanerschwester Erika Nobs ist Leiterin des Pflegedienstes. Als Volontärin kam sie Mitte der 1980er Jahre ins Hospital. Dort lernte sie die Elisabethenschwestern aus Padua kennen, die seit 1978 in der Klinik mitarbeiten. Sie trat dem Orden bei, der zur franziskanischen Familie gehört. Nach ihrer Profess ging sie zunächst nach Kenia und arbeitete in einem Krankenhaus auf dem Land. Ende der 1990er Jahre kam sie zurück an das Caritas Baby Hospital nach Bethlehem. Als Leiterin des Pflegedienstes ist die 55-Jährige Mitglied im Hospitalvorstand. Gleichzeitig ist sie die Oberin der vier Schwestern, die ständig im Baby-Hospital arbeiten.

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