Das Antlitz Christi

Parallelen zwischen dem Grabtuch von Turin und dem "Volto Santo"

Die Laienforscherin Schwester Blandina hat den "Volto Santo" mit dem Grabtuch von Turin verglichen. Sie hat beide Tücher unter die Lupe genommen, genaustens vermessen und erstaunliche Gemeinsamkeiten feststellen können. Aber bestätigen Parallelen zum Grabtuch von Turin die Echtheit des "Volto Santo"?

Angezogen von Berichten über ein geheimnisvolles Tuchbild war die Trappistennonne aus Deutschland 1995 zum ersten Mal zum "Volto Santo" gekommen. In Sichtweite der Basilika von Manoppello hat sich die gelernte Apothekerin in einer Eremitenklause eingerichtet, um ihren eigenen Forschungen zur Herkunft des "Volto Santo" nachzugehen.

Auffällige Gemeinsamkeiten

In einem Nebenraum der Kirche von Manoppello demonstriert sie die Vorgänge bei einer jüdischen Tuchbestattung im ersten Jahrhundert. Die Erkenntnisse der Archäologen aus Israel über die Verwendung mehrerer Tücher führen auch bei Verehrern des "Volto Santo" wie ihr zu einer neuen Sichtweise: "Wir müssen eben umdenken. Wir hatten eine Vorstellung, als ob nur das Grabtuch von Turin existiert. Bei einer Tuchbestattung braucht man aber eben mehr Tücher", meint Schwester Blandina, die sich seit langer Zeit mit dieser Thematik befasst.


Das Grabtuch von Turin soll die Echtheit des "Volto Santo" von Manoppello beweisen. Schwester Blandina hat das Jesus-Bild vermessen. Und kann es eins-zu-eins mit dem Gesicht auf dem Grabtuch vergleichen.

Grabtuch von Turin und "Volto Santo"

Die Proportionen der beiden Gesichter weisen auffällige Gemeinsamkeiten auf. Die überlange Nase, der schmale Augenabstand, und der kleine Mund. Die maßstabsgerechten Abbildungen passen zueinander. Sowohl im horizontalen, als auch im vertikalen Vergleich. "Man kann eigentlich erst mit Sicherheit heute sagen, dass es tatsächlich aus dem Grab kommt," erklärt Schwester Blandina: "Und zwar wegen dieser Entsprechungen mit dem Turiner Grabtuch."

Ist das Tuch göttlichen Urspungs?

Schwester Blandina stellte nicht nur allgemeine Entsprechungen fest. Die Laienforscherin konnte zehn Detailpunkte ausmachen, die die Übereinstimmung der beiden Gesichtsbilder eindrucksvoll belegen. Die Gemeinsamkeiten mit dem Grabtuch von Turin sind für Schwester Blandina der Beweis für die Echtheit des "Volto Santo": "Hier ist das Antlitz Christi. Das ist für uns schon der Himmel."

Prof. Gerhard Wolf vom Kunsthistorischen Institut in Florenz des Max-Planck-Instituts sieht die Antwort auf die Frage, ob es sich um ein göttliches Werk handelt, im Glauben: "Manoppello ist in meinen Augen göttlichen Ursprungs, wenn wir daran glauben wollen, dass Gott uns diese Schöpferkraft verliehen hat, solche Werke zu schaffen. Sie ist nicht göttlichen Ursprungs, wenn wir damit sagen wollen, dass es ein Abdruckbild Christi ist aus seinem Grabe ist, des Auferstehenden. Denn da würde ich eine Serie von Argumenten bringen müssen."

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