Das Brot

Grundnahrungsmittel und "Leib Christi"

Die Geschichte des Brotes ist ein elementarer Bestandteil der Menschheitsgeschichte. Ähnlich dem Element "Wasser" wurde es im Verlauf der Geschichte zum Symbol für das Leben schlechthin. Über Jahrhunderte hinweg entschied es über Leben und Tod. In vielen Ländern vor allem in Afrika, Asien und Südamerika ist das bis heute so. Aufgrund des zentralen gesellschaftlichen Stellenwerts bekam das Brot in vielen Kulturen auch im religiösen Bereich eine symbolhafte Bedeutung.

Zwei Brotlaibe
Zwei Brotlaibe Quelle: ZDF

Im Judentum gehörte das Brot zu wichtigen rituellen Feiern an Festtagen wie die ungesäuerten Brote beim Pessachfest zur Erinnerung an den Auszug des Volkes Israel aus Ägypten. Das Christentum rückt das Brot ebenfalls ins Zentrum der Religion. Christus bezeichnet sich selbst als "Brot des Lebens". Bei der Heiligen Messe wird Brot in den "Leib Christi" gewandelt.

Brot als Kuturgut

Im Museum der Brotkultur in Ulm wird die Geschichte des Brotes als Kulturgut nachgezeichnet. Von der Steinzeit über die Hochkultur der Ägypter bis zur Gegenwart wird die Bedeutung des Brotes mit rund 700 Exponaten demonstriert; rund 18.000 von ihnen schlummern in den Magazinen und werden zu Sonderausstellungen zusammen mit Leihgaben anderer Museen und von Privatleuten gezeigt.

Immer wieder widmet sich das Museum der religiösen Dimension des Brotes, etwa mit der aktuellen Sonderausstellung "Alles koscher - das Brot der Juden", die bis Mitte August zu sehen ist.

Brot und Wein zum Gedenken

Beim letzten Abendmahl nahm Jesus der Tradition nach Brot und teilte es unter seinen Jüngern; ebenso nahm er einen Kelch mit Wein und gab ihn den Zwölf zum Trinken. Dabei bezeichnete er nach den Zeugnissen der Evangelien das Brot als "meinen Leib" und den Wein als "mein Blut". Er forderte die Jünger auf, zum Gedenken an ihn von dem Brot zu essen und aus dem Kelch zu trinken.

Daraus entwickelte sich im Christentum die Tradition der Abendmahlsfeier. In Erinnerung an das Mahl Jesu mit seinen Jüngern und an seine Heilstaten versammelten sich bereits die ersten Christen zum Gottesdienst, in dem sie Brot brachen und Wein tranken. In der katholischen Tradition wird seit dem zweiten Jahrhundert diese Feier als "Eucharistie", also Danksagung, bezeichnet. Im Protestantischen wird meist vom "Abendmahl" gesprochen.

Die Bedeutung ändert sich

Nach katholischer Auffassung, die im Trienter Konzil (1545-1563) festgeschrieben wurde, ist dabei Jesus Christus real in den Zeichen von Brot und Wein gegenwärtig, die dabei ihre "Substanz" ändern. Äußerlich bleiben Hostie und Wein unverändert, aber ihre innere Bedeutung ist neu.


Erklären lässt sich dieser besondere Sachverhalt zumindest annäherungsweise mit dem Geschenk oder dem Foto eines Freundes. Während für Unbeteiligte diese keine Bedeutung haben, sind sie für den Beschenkten etwas Besonderes. Sie erinnern an den Schenkenden. Zudem betont die katholische Theologie den Charakter der Eucharistie als besondere Form der Vergegenwärtigung des Opfertodes und der Auferstehung Jesu. Den Opferaspekt und die Realpräsenz heben auch die Kirchen der östlichen Tradition hervor. In den reformatorischen Kirchen liegen die Akzente stärker auf dem Bekenntnis und auf dem Gedächtnis an Jesu Tun und Auftrag.

Christus im Brot gegenwärtig

Nach katholischer Tradition ist Christus in den einmal gewandelten Hostien dauerhaft gegenwärtig. Deshalb gibt es in den Kirchen einen besonderen Aufbewahrungsort für die Hostien, die bei der Eucharistiefeier nicht an die Gläubigen ausgeteilt werden: den Tabernakel (lateinisch Tabernaculum: Zelt).

Dieses Verständnis ist auch Grundlage für die Verehrung der Hostie etwa bei der Fronleichnamsprozession oder der so genannten Eucharistischen Anbetung. Nicht ein Stück Brot wird dabei verehrt oder angebetet, sondern der - nach katholischem Verständnis - im gewandelten Brot gegenwärtige Christus.

Um unser Web-Angebot optimal zu präsentieren und zu verbessern, verwendet das ZDF Cookies. Durch die weitere Nutzung des Web-Angebots stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Gemerkt! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert! Abo beendet