Das Geheimnis des Brotes

Fronleichnam mit Nina Ruge

Katholiken in aller Welt tragen an Fronleichnam bei feierlichen Prozessionen Christus durch die Straßen - Christus in Form einer kleinen Hostie aus Brot. Für Katholiken ist dieses Brot der Leib Christi - eine Tatsache, die für viele Menschen heute nur schwer nachvollziehbar ist.

Prozession von Nonnen vor einer Kirche
Prozession von Nonnen vor einer Kirche Quelle: ZDF

Nina Ruge begibt sich auf Spurensuche: Welche Erklärungen gibt es für dieses Phänomen? Was ist unter der Wandlung des Brotes in "Leib Christi" zu verstehen? Passt der Glaube an das "Heilige Brot" ins 21. Jahrhundert?

Wir können nur in Bildern sprechen

Erste Station ist das Museum der Brotkultur in Ulm. Es widmet sich der Geschichte des Brotes als unentbehrliche Grundlage menschlicher Existenz, Kultur und Zivilisation. Im Gespräch mit Werner Mezger, Professor für Volkskunde an der Universität Freiburg und Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat des Museums, geht es um das Brot als zentrales Symbol im Christentum und die Tradition des Fronleichnamsfestes.


Professor Mezger erzählt über die Bräuche im Mittelalter, als die Fronleichnamsprozessionen prächtig ausgestaltet waren: "Es wurden Szenen aus der biblischen Geschichte dargestellt. Die Engel waren dabei, Teufel traten auf und es wurden immer wieder wichtige Bibeltexte rezitiert. Diese wurden alle paar Meter wiederholt. Wenn dem Publikum an der Straße besonders gut gefallen hat, wie eine Szene gespielt wurde, dann sind die Leute einfach noch einmal ein paar Schritte mitgegangen. Daher haben wir noch heute die Aussage in der Theatersprache, das Publikum geht mit."

Zweite Station ist anschließend das Kloster Reute bei Biberach. Die Franziskanerinnen dort unterhalten eine kleine Hostienbäckerei. Im Gespräch mit Prälat Rudolf Hagmann, der im Bistum Rottenburg-Stuttgart für die Pastoral zuständig ist, klärt Nina Ruge die theologischen Fragen rund um das Verständnis der gewandelten Hostie als "Leib Christi". Äußerlich bleibt die Hostie gleich, doch das innere Wesen verändert sich, so Hagmann. "Im Grunde können wir immer nur in Bildern sprechen, weil wir das Geheimnis nicht völlig erfassen können", erklärt er.

Leib Christi als Quelle der Kraft

Nina Ruge beleitet eine der Franziskanerinnen von Reute bei Ihrer Arbeit. Für Schwester M. Regina arbeitet im Pflegeheim der Sankt Elisabeth-Stiftung des Klosters in Bad Waldsee. Für sie ist der Empfang der gewandelten Hostie, des "Leibes Christi" nach eigenen Angaben Kraftquelle für ihr Engagement.

Das Gefühl beim Empfang der Hostie in der Heiligen Messe lässt sich für Schwester M. Regina nur schwer beschreiben: "Das hat etwas mit Liebe zu tun; und Liebe ist nicht zu beschreiben, die muss man leben. Ich denke, dass ist es, was ich dann mit in meine Arbeit nehmen in der Begegnung mit den Menschen, was hinüber strahlt, was bei den Menschen auch ankommt."

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