Das Geheimnis von Himmelfahrt

Mit Nina Ruge im Heiligen Land

Die Dormitio-Abtei in Jerusalem ist der Ort, an dem Maria, die Mutter Jesu, gestorben und in den Himmel aufgenommen worden sein soll. Nina Ruge begibt sich im Heiligen Land auf Spurensuche nach dem "Geheimnis der Himmelfahrt", denn kaum ein christlicher Feiertag wirft so viele Fragen auf wie dieser.

Was das Fest heute bedeutet, versucht Nina Ruge im Gespräch mit dem Abt der Benediktinerabtei Dormitio, Benedikt Lindemann, zu klären. Der ist überzeugt, dass von dem Feiertag eine österliche Botschaft für die Menschen ausgeht: Wie Maria werde der Verstorbene in den Himmel aufgenommen.

Engagement für den Frieden

Die Dormitio-Abtei liegt auf dem Zionsberg in Jerusalem, an der Grenze zwischen dem Ost- und dem Westteil der Stadt. Traditionell sind die Benediktiner in der Friedensarbeit aktiv. Für Abt Lindemann ist der Ort der Entschlafung (lat. dormitio) Mariens der richtige Platz für Begegnungen der drei monotheistischen Religionen. "Maria war Jüdin, sie ist die Mutter Christi und sie wird im Islam verehrt." In ihr steckten noch viele "ungenutzte Ressourcen" zur Völkerverständigung und für den interreligiösen Dialog, so Lindemann.

Wie auf dem Zionsberg engagieren sich an vielen Orten im Heiligen Land christliche Ordensleute für Frieden und Versöhnung. Ein besonders beeindruckendes Beispiel sind die Josefsschwestern vom Französischen Hospital in Jerusalem, die Nina Ruge besucht. In dem Hospiz werden Christen, Juden und Muslime - Israelis und Palästinenser in den letzten Monaten ihres Lebens gemeinsam betreut.

Keine Rivalitäten

Im Angesicht des nahenden Todes spielen Rivalitäten zwischen Völkern keine Rolle. Diese Erfahrung macht die Leiterin des Hospizes, Schwester Monika Dullmann. "Wenn jemand seine Mutter begleitet, die bald sterben wird, und er ist Jude, und jemand anderes begleitet seine Mutter, die bald sterben wird, und er ist Palästinenser, dann spüren irgendwo beide, dass das, was wichtig ist, was ganz anderes ist als das, was uns unterscheidet." 2007 erhielt die aus Deutschland stammende Ordensfrau für ihre Arbeit den Friedenspreis "Mount-Zion-Award" der Benediktiner-Abtei Dormitio.

Die Sendung zu Mariä Himmelfahrt ist Teil einer Reihe von insgesamt vier Feiertagssendungen 2010 mit Nina Ruge im Heiligen Land im ZDF-Programm. Die Moderatorin begibt sich auf Spurensuche zu den Ursprungsorten des christlichen Glaubens, um deren Geschichte und Bedeutung für die Menschen heute zu erkunden. Den Auftakt bildete die Sendung zu Dreikönig aus Bethlehem. Zu Fronleichnam (3.6.) besuchte Nina Ruge den Abendmahlssaal in Jerusalem und die Brotvermehrungskirche in Tabgha am See Genezareth. Zu Allerheiligen (1.11.) wird sie auf den Spuren des ersten Märtyrers der Kirche, des heiligen Stephanus, unterwegs sein.

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