"Das Leben geriet aus den Fugen"

Autorin Ute Waffenschmidt über ihre Gespräche mit Betroffenen

Für den Film habe ich mit vielen Besuchern der Loveparade gesprochen, die stark traumatisiert sind und deren Leben völlig aus den Fugen geraten ist. Junge Menschen haben ihre Ausbildungen abgebrochen und sind mit 18 Jahren, wenn andere ins eigenständige Leben starten, wie Kleinkinder auf ihre Eltern angewiesen.

Schlaflos und perspektivlos sehen sie ihrem Leben entgegen und schildern doch sehr klar und bestimmt, wie es ihnen ergangen ist und welches Trauma ihr Leben bestimmt. Diese Gespräche haben das ganze Team sehr bewegt, weit über einen normalen Dreh hinaus.

Manche sind daran zerbrochen

So steht hinter jedem Besucher, der in den so genannten "Stapel" geriet, eine Geschichte, die sein Leben verändert hat. Die junge, verwitwete Mutter, deren Gesundheit ruiniert ist und die mit ihrer Frührente nicht weiß, wie es weitergehen soll. Der gestandene Metzgermeister oder auch der fleißige Küchenmonteur, die arbeitsunfähig zurückgeblieben sind nach einer Katastrophe, für die niemand die Verantwortung übernehmen will. Manche sind daran zerbrochen, andere sind wütend und haben die Glauben an den Rechtsstaat verloren.


Ausführliche Gespräche mit Experten, wie einem Spezialisten für Veranstaltungstechnik, oder auch die vorliegenden Dokumente zeigen, dass alle - Veranstalter Lopavent, die Stadt Duisburg und die Polizei - Verantwortung tragen. Ganz klar tritt zutage, dass diese Veranstaltung nicht genehmigungsfähig war. Umso empörender ist es für die Opfer und Hinterbliebenen, dass niemand dazu stehen will. Deren Anwälte klagen, dass man in der Frage der Entschädigung nur sehr schleppend vorankomme.

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