Das neue Leipzig

Hip und cool in alten Bauten

Leipzig ist aufgewacht. Vielleicht ein bisschen später als andere Großstädte. Aber dafür ist Leipzig jetzt cool und hip, während andere Städte schon wieder out sind. Leipzig ist sozusagen hellwach. „Ich glaube, Leipzig hat gehofft, viel schneller cool zu werden. Jetzt merkt man, dass die Stadt boomt und das hier was geht. Und das spürt die ganze Bevölkerung. Und deshalb glaube ich, dass hier ein Spirit ist“, sagt Campino, Sänger der Toten Hosen.

Die Stadt ist in Euphorie und sie ist total angesagt. Zum Beispiel die Baumwollspinnerei, eine alten Fabrikanlage aus dem 19. Jahrhundert, in der über 100 Künstler ihre Ateliers haben – übrigens auch der berühmte Neo Rauch. „Neue Leipziger Schule“, das ist in der Kunstszene längst ein Begriff. Die Spinnerei hat Weltniveau, die Kreativen kommen, weil sie sich in Leipzig entfalten können. Matthias Weischer ist einer von ihnen. Weischers Bilder wechseln bei Sotheby‘s inzwischen für eine Viertelmillion Euro den Besitzer. „Ob der Leipziger Zoo oder der Botanische Garten, in Leipzig finde ich meine Inspiration“, sagt Weischer.

Die Stadt hat Träume

Dabei ist die Stadt arm. Viele Arbeitslose, leerstehende Wohnungen, klamme Kassen, und trotzdem – die Stadt hat Träume. Viele junge Menschen gehen lieber nach Leipzig als nach Berlin, weil Leipzig seinen Bewohnern Freiräume gibt. Künstler, Studenten, Unternehmensgründer zieht es in die Altbauten. Hier wurde das „Wächterhaus“-Prinzip erfunden, eine Antwort auf den drohenden Verfall der schönen Bürgerhäuser: Für wenig Geld sanieren vor allem junge Mieter die Wohnungen und finden damit einen bezahlbaren Platz zum Leben und Arbeiten – mitten in einer pulsierenden Metropole.

Auch Peter Maria Schnurr ist von Berlin nach Leipzig gekommen. Der Zwei-Sterne-Koch ist der beste Koche in ganz Ostdeutschland. „Anfangs dachte ich, wow, was für ein Wagnis, ein Toprestaurant gerade in Leipzig zu eröffnen. Jetzt kann ich mir kaum vorstellen, von hier wegzugehen“, sagt er. Seine Gäste sind im Durchschnitt jünger als in vergleichbaren Restaurants anderer Städte, erzählt Schnurr, und sie sind sehr offen für seine phantasievollen Kreationen. In Leipzig gehe noch was, während in anderen Städten die Pfade schon ausgetreten seien.

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