Dem Himmel ganz nah

Buchtipps zur Dokumentation

Der Himmel beschäftigt Wissenschaftler wie Theologen - und das seit Jahrtausenden. Folgende Bücher geben eine Einblick in die Thematik:

aufgeschlagenes Buch und Himmel mit Sonne Quelle: ZDF

Klaus Berger

Bilder des Himmels

Die Geschichte des Jenseits von der Bibel bis zur Gegenwart
Herder Verlag (2006)


Was sagt die Bibel über den Himmel? Wie haben ihn sich die Menschen über die Jahrhunderte hinweg vorgestellt? Antworten auf diese Fragen geben in dem 240 Seiten umfassenden Werk die Theologen Klaus Berger, Wolfgang Beinert und Medard Kehl gemeinsam mit dem Kunsthistoriker Christoph Wetzel - reich illustriert und mit vielen erklärenden, gut verständlichen Texten. Im Zentrum steht das jüdisch-christliche Verständnis des Himmels; allerdings gibt es auch Seitenblicke in die vorchristliche und außerchristliche Himmelsgeschichte. Weit über 200 farbige Abbildungen tragen dazu bei, dass der Leser die Kulturgeschichte des Himmels sehr plastisch vor Augen geführt bekommt.

Obwohl unter den Autoren kein Naturwissenschaftler ist, werden doch immer wieder Bezüge zu den "profanen Himmelsforschern" in der Astronomie und den anderen naturwissenschaftlichen Disziplinen hergestellt. "Bilder des Himmels" ist ein Buch, das neben der Wissensvermittlung den Leser auch zum eigenen Nachdenken anregt, wie er sich zum "religiösen Himmel" positioniert.

Hermann-Josef Frisch

Lexikon des ChristentumsPatmos-Verlag (2005)


Basisinformationen über das Christentum liefert das "Lexikon des Christentums" von Hermann-Josef Frisch. Die knapp 500 Artikel von "Abendmahl" bis "Zweites Vatikanisches Konzil" geben jeweils einen kurzen Überblick zu den Stichworten. Diese versuchen die wichtigsten Informationen zu Kirche, Gottesdienst und Konfessionen abzudecken. Daneben werden auch wichtige Gestalten des Christentums wie Augustinus, Franz von Assisi oder Luther sowie Ereignisse der Kirchengeschichte - etwa die Kreuzzüge oder die Reformation - behandelt. Artikel zur Frömmigkeitsgeschichte und religiösem Brauchtum runden das Werk ab. So findet der Leser natürlich auch Informationen über die christlichen Feiertage. 56 Abbildungen helfen beim besseren Verständnis einzelner Begriffserklärungen.

Angesichts des Umfangs von knapp 130 Seiten und dem günstigen Preis ist klar, dass es sich bei den einzelnen Artikeln nur um erste Grundinformationen handelt. Wer mehr zu den dargestellten Themen erfahren möchte, muss zu weiterführender Literatur greifen.

Thomas Ruster

Von Menschen, Mächten und GewaltenEine Himmelslehre
Grünewald (2007)


Thomas Ruster legt hier "eine komplette theologische Himmelslehre" vor. Behandelt werden "zum einen die verschiedenen Himmelswesen, sowohl die gefallenen Engel - auch Mächte und Gewalten genannt - wie die seligen Engel". Gegenüber der Himmelsvergessenheit der neuzeitlichen Wissenschaft hat die Theologie - so Ruster - genaue Kenntnisse über Himmelsmächte bewahrt und weiterentwickelt. Der Dortmunder Theologe legt die biblisch begründete Unterscheidung zwischen Himmel und Erde vor und überträgt sie auf moderne gesellschaftliche Systeme. Die Unterscheidung zwischen Erde und Himmel ist im ersten Satz der Bibel und auch im ersten Satz des Glaubensbekenntnisses ausgedrückt. Biblisch kann zwischen der Erde als dem uns vertrauten und zugänglichen, bestimmbaren Teil der Welt und dem Himmel als dem uns unzugänglichen und unbestimmbaren Teil der Welt unterschieden werden.

Nach biblischem Wirklichkeitsverständnis ist der Himmel von Göttern, Engeln und Mächten und Gewalten bevölkert, wobei letztere als ursprünglich gute, also zum Nutzen der Welt geschaffene, dann aber aus der Schöpfungsordnung gefallene, schädlich gewordene Himmelsmächte zu verstehen sind. Zu diesen gefallenen Mächten gehören - wie Ruster theologisch und soziologisch in der Tradition Luhmanns herleitet - autonom gewordene Funktionssysteme unserer Gesellschaft wie etwa Wirtschaft und Verkehr.

Im Ganzen ist "Von Menschen, Mächten und Gewalten" ein höchst interessanter und wichtiger Beitrag der Theologie für das Gespräch über den Himmel und seine Implikationen. Thomas Ruster hat seine wissenschaftliche und theologische Analyse auch in einigen Vorträgen und Interviews populärer und mit aktuellen Bezügen und Handlungsmaximen dargestellt.

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