Der Kriegsplan der Neocons

"Projekt für ein neues amerikanisches Jahrhundert"

Mit Dick Cheney als Vizepräsidentschaftskandidaten zeichnete sich für die Neokonservativen eine Chance ab, die "Pax Americana" in die Tat umzusetzen: die Verbreitung von Freiheit und Demokratie nach amerikanischem Vorbild.

Sie veröffentlichten im September 2000 ein Konzept unter dem Titel "Rebuilding America's Defenses" (Der Wiederaufbau von Amerikas Verteidigung). Im Vorwort nahm die Studie Bezug auf eine alte Pentagon-Richtlinie von 1992 und nannte sie "eine Blaupause, um die Vorherrschaft der USA zu erhalten, den Aufstieg von Rivalen um die Macht zu verhindern, und um eine internationale Sicherheitsstruktur zu schaffen, die amerikanischen Prinzipien und Interessen entspricht".

Zu diesem Zweck müssten die Streitkräfte in der Lage sein, zahlreiche Kriege gleichzeitig zu führen, auch um unliebsame Regime zu entfernen: "Wir können Nordkorea, Iran, Irak oder ähnlichen Staaten nicht erlauben, den amerikanischen Führungsanspruch zu untergraben, Amerikas Verbündete einzuschüchtern oder das amerikanische Festland zu bedrohen." Das Prinzip der präventiven und unilateralen Kriegsführung wurde in dem Dokument beschrieben und gerechtfertigt: "Es ist wichtig, die Umstände zu formen, bevor sie zu Krisen führen, und Bedrohungen zu begegnen, bevor sie zu Gefahren heranwachsen."

Falken in der Regierung

Wer einen Blick auf die Namen der Unterzeichner am Schluss des Dokuments warf, hätte kurz nach dem Amtsantritt Bushs schon wissen können, wohin die Reise geht. Es waren namhafte Professoren von amerikanischen Eliteuniversitäten, führende Rechtsausleger aus Think Tanks und der Rüstungsindustrie und die Crème de la Crème der konservativen Verteidigungsexperten in den USA. Eine Reihe von ihnen wurde in die neue Administration berufen: Eliot Cohen als Mitglied des Rats für Verteidigungspolitik des Pentagons, Lewis Libby als Büroleiter des Vizepräsidenten und Paul Wolfowitz als stellvertretender Verteidigungsminister.

Weitere Falken, die das "Projekt für ein neues amerikanisches Jahrhundert" unterstützten, waren Richard Perle, ebenfalls eine Zeitlang Mitglied des Rats für Verteidigungspolitik, John Bolton, stellvertretender Außenminister, Douglas Feith, Staatssekretär im Verteidigungsministerium, Donald Rumsfeld, Verteidigungsminister und Dick Cheney, Vizepräsident der Vereinigten Staaten von Amerika.

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